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Man sollte sich nicht an Merz abarbeiten (Politik)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Sonntag, 20.09.2026, 22:34 (vor 1 Tag, 8 Stunden, 27 Min.) @ SgtJohnson

Ein riesiges Märchen. Das Privatvermögen in Deutschland ist auf Rekordniveau (ja, weil Konzerninhaber nahezu keinerlei Steuern zahlen). DAX Konzerne zahlen höhere Dividenden denn je, die Bilanzen sind top. Man verlagert halt, weil die Gier riesig ist und weil die Politik es mitmacht.
Im Kosovo produzieren war schon immer günstiger. Auch schon in den 80ern. Man hatte halt ein gutes deutsches Produkt zu der Zeit und sehr gute, patriotische Führungsköpfe, die nicht ihr Land und ihre Landsleute für eine müde Mark mehr verraten haben. Davon hat man jetzt nichts mehr und man versucht panisch, irgendwelche Kosten zu senken, ohne auch nur darüber hinaus irgendeine stichhaltige Produktstrategie zu haben.

Also ich glaube wirklich, dass die Zeiten, in denen wir an die patriotischen Pflichten unserer Konzernchefs appelieren können, vorbei sind. Wenn schon die Kanzlerinnen der größten konservativen Partei Ihren Kollegen die Fähnchen aus den Händen reißen und generell sowieso alles Patriotische seit Jahrzehnten schlimm und rechts ist, dann wird das genau so wenig funktionieren, wie die 180 Gesinnungswende, die plötzlich möglichst viele junge Menschen in die Bundeswehr holen soll.

Da gebe ich dir recht. Wobei man aber deutlich sieht, dass sich in den letzten 5-10 Jahren in der deutschen Gesellschaft ein massiver Gegendruck, gegenüber diese Art der Sozialisierung bahngebrochen hat. Man will diesen Schwachsinn nicht.

Aber ich gebe dir recht, ich muss auch immer herzlich lachen, wie man jetzt hochnotpeinlich versucht, die jungen Leute wieder für "das Feld Ehre" zu begeistern und für das Vaterland zu sterben, man aber bei der EM 2024 in Berlin noch der Polizei verbieten wollte, Deutschlandfähnchen an Fahrzeugen/Mopeds mitführen zu dürfen. Einfach komplett gaga. Gagaismus in Reinform.

Das LAG war damals meiner Ansicht nach ein gutes Gesetz. Meiner Einschätzung nach haben wir heute aber eher ein paar Millionen Menschen weniger, deren Häuser und Existenzen komplett zerbombt wurden. Außerdem würde uns diesmal auch ein Marshall Plan im Rücken fehlen, der uns dabei helfen würde, die Belastungen auf der anderen Seite durch entsprechende Wachstumskredite auszugleichen. Ganz im Gegenteil blieben wir ja trotz Allem weiter der größte Nettozahler der EU


Haste recht. Häuser besitzt heute fast keiner mehr oder Wohnraum. Deutschland liegt ja EU-weit auf dem vorletzten (?) Platz, was Wohneigentum angeht. Welche Existenzen Leute haben, die die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen ausgeben, bleibt auch fragwürdig.


Woran liegt es denn, dass die Deutschen so wenig Eigenheime und Medianvermögen besitzen, selbst im Vergleich zu wirtschaftlich noch schwächeren Ländern? Natürlich ist euch der teure Wohnraum eine Variable, aber gewichtiger wird wohl sein, dass es außer Belgien kein entwickeltes Land gibt, in dem die Menschen mehr von Ihrem Lohn abdrücken müssen. Diese Misstände wirst du nicht durch eine einmalige Enteignung von Konzernen erreichen, die schon beim ersten Wind von sowas noch schneller hier weg sind.

Unter anderem, weil die Besteuerung von Arbeitseinkommen extrem ist, in Deutschland. Also bei denjenigen, die für ihr Geld arbeiten müssen. Sogar deutlich extremer, als in den USA, beispielsweise. Zudem kann man in Deutschland einfach vor der Steuer fliehen, wenn man vermögend genug ist. In den USA ist das an der Staatsbürgerschaft gebunden, wer nicht blecht, fliegt raus. Und selbst wenn er am Luzerner See lebt.
Alles auch eine Frage der Gesetzgebung und des Willens.


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