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Die Arbeitgebersicht: Houston wir haben ein Problem (Sonstiges)

markus, Donnerstag, 24.10.2024, 17:28 (vor 454 Tagen) @ Schnippelbohne

In Deutschland gehen nach wie vor überwiegend Frauen in längere Elternzeit und dann in Teilzeit. Bei meinem Arbeitgeber beobachten wir das Phänomen unabhängig von Ausbildung, Gehalt und Position. Das können wir besonders gut ablesen, wenn beide Partner im Unternehmen beschäftigt sind. Frauen verdienen oft das Gleiche, manchmal sogar mehr und gehen dennoch langfristig in Teilzeit. Das führt dann dazu, dass Frauen karrieretechnisch zurückfallen. Gehälter können wir gleichziehen und geben zu diesem Zweck auch während der Elternzeit Gehaltserhöhungen, aber niemand macht in Abwesenheit Karriere. Einige Stellen kann man zwar auf zwei Teilzeitkräfte aufteilen - wir bemühen uns, das auszuweiten - aber nicht alle. Vor allem bei Führungspositionen wird das schwerer, je höher man guckt. Folge: Weniger Frauen in Führungspositionen - weniger weibliche Spitzenkräfte mit hohen Gehältern - Gehaltsgefälle im Gesamtbild. Und ganz am Ende dann die Rentenlücke. So sehr wir uns bemühen, können wir diese Statistiken nicht umdrehen, solange zuhause am Küchentisch eine andere Entscheidung getroffen wird. Dazu kommt, dass wir das Potential hochgebildeter weiblicher Fachkräfte nicht ausschöpfen können trotz Fachkräftemangel.
Aber ja, es gibt sicher 500.000 gute Gründe, wieso es dann doch meist die Frau ist, die für Kinder und Familie zurücksteckt...

Ist bei uns nicht anders. In den Führungspositionen locker 75% Männer. Bei HR ist es umgekehrt. Da findet man weit überwiegend Frauen. Das klassische Rollenbild, dass hauptsächlich die Frau für das Kind da sein muss, ist noch immer weit ausgeprägt. Allerdings würde ich behaupten, dass das nicht nur Männer, sondern auch Frauen so sehen. Nach Rückkehr sind das dann die „Teilzeit-Muttis“. Von „Teilzeit-Vatis“ habe ich noch nie gehört.

Die Nachteile gehen ja sogar noch weiter. Die Inflationsprämie haben Mitarbeitende in Elternteil bei uns zum Beispiel nicht bekommen (was bei 3.000 Euro wirklich ärgerlich ist), so Pillepalle Geschichten wie die Weiterzahlung der betrieblichen Krankenversicherung wird nur für 1 Jahr weitergezahlt (kostet 22€ im Monat) und nach der Rückkehr tut man sich wirklich schwer, die Teilzeitwünsche 1:1 umzusetzen. Da gibt es fast immer Diskussionen.


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