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Nachtrag (Sonstiges)

Argead, Freitag, 25.10.2024, 21:33 (vor 453 Tagen) @ majae

Kannst du mir mal eine dieser Studien zeigen? Dass es auch einen Vaterinstinkt gibt, will ich garnicht bestreiten. Dass Menschen aber die einzigen, höheren Säugetieren sein sollen, bei denen es keine besondere Bindung zwischen Mutter und Nachwuchs gibt, halte ich für eine ideologisch motivierte Fehleinschätzung.


Erster Treffer: https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2018/05/haben-nur-muetter-einen-mutterinstinkt-forscher-geben-antworten
Mir fehlt grade die Zeit, den Artikel komplett zu lesen. Ich versteh allerdings nicht, warum das bedeuten sollte, es gäbe keine besondere Bindung zwischen Mutter und Nachwuchs. Es gibt nur die gleiche (ähnliche) Bindung zwischen Vater und Nachwuchs. Da wir uns aber gesellschaftlich darauf geeinigt haben, dass Mütter sich um die Erziehung kümmern, fühlen sich die Väter oft weniger verantwortlich und schlafen dann halt einfach weiter, wenn das Baby schreit.
Unser Bild vom traditionellen Familienmodell ist alles andere als traditionell, sondern in der Menschheitsgeschichte äußerst modern. Die Vorstellung, dass die Frau zuhause bleibt und sich um den Nachwuchs kümmert während der Mann auf Jagd geht, ist überholt.

Die Bindung zwischen jungen Kidern und Ihren Müttern ist viel enger als die zu Ihren Vätern. Das ist euch keine moderne Erfindung, sondern ist in jeder Kultur so. Es gibt dazu auch einen Haufen interkultureller Forschung, die unter anderem zeigt, dass diese Bindung auch in "primitiven Kulturkreisen/ noch unzivilisierten Stämmen so besteht. Modern ist nur die Idee, dass es zwischen Männern und Frauen keinen bedeutenden Unterschiede geben soll und das deswegen Müttern keine besondere Rolle zukommt.

Es ist doch schon beim ersten Betrachten Unsinn anzunehmen, dass Kinder keine engere Bindung zu Ihrer Mutter haben sollen und umgekehrt. Mütter tragen Ihre Kinder fast ein Jahr als Teil von Ihnen in sich, bringen Sie zur Welt, ernähren sie dann Monate/Jahre (je nach Kulturkreis) an Ihrer eigenen Brust. Alleine diese enge körperliche Bindung macht die Mutter zum größten und intimsten Vertrauensobjekt des Kindes.

Bei wahrscheinlich keiner anderen Spezies ist das Netzwerk aus Personen um die Mutter herum wichtiger bei der Erziehung eines Kindes als beim Menschen. Aber die Mutter nimmt auch beim Menschen die wichtigste Rolle in der Entwicklung eines Kindes ein. Das sollte eigentlich für jeden Menschen mit common sense erkennbar sein, der schon mal Kinder beobachtet hat.

Sarah Blaffer Hrdy hat ein exelenntes Buch "Mothers and Others: The Evolutionary Origins of Mutual Understanding" darüber geschrieben. Ihr Hauptargument ist, dass sich die komplexe, menschliche Sozialkultur, wie du schon sagtest, nicht aus dem Grund heraus gebildet hat, dass Männer jagen und Frauen Zuhause bleiben mussten, sondern weil wir als Spezies begriffen haben, dass die Einbeziehung eines großen Netzwerkers aus Vertrauenspersonen enorm hilfreich bei der Erziehung von hochintelligenten Kindern ist, die eine extrem lange, biologische Kindheit durchgehen.


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