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Heiko Maas... (Sonstiges)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Dienstag, 17.08.2021, 08:47 (vor 1611 Tagen) @ Ulrich
bearbeitet von FourrierTrans, Dienstag, 17.08.2021, 09:00

> - eine differenzierte Annäherung zu Russland, um nachhaltig verbesserte Beziehungen zu erwirken


- eine deutliche Sprache zu den Irrungen und Wirrungen der EU. Auch wenn zwei getrennte paar Schuhe, bedarf es da mehr deutscher/französischer Führung (und keiner ausrangierten MinisterInnen)


Wie willst du denn eine unmissverständliche Haltung zu Werten, z.B. bei der Verfolgung von Minderheiten, mit eine Annäherung zu Russland in Einklang bringen?
Das klingt doch arg paradox.


Das ist in der Tat unsinnig.

Zu einer Annäherung gehören immer zwei Seiten. Der Westen mag sich zu Beginn von Putins Herrschaft ihm gegenüber falsch und teils auch überheblich verhalten haben. Aber Putin seinerseits brüskiert den Westen seit Jahren, und es sieht nicht so aus, als ob er sein Verhalten irgendwie ändern würde. Russische Geheimdienstler haben in Großbritannien, in Frankreich, in Deutschland gemordet. Und es war ihnen wohl egal, ob man die Morde auf Russland zurückführen kann. Russland hat den gewaffneten Konflikt mit der Ukraine von Zeug gebrochen. Man hat dabei u.a. ein Passagierflugzeug mit einer dreistelligen Zahl von Menschen an Bord abgeschossen, ohne dass das irgend welche Konsequenzen für die Täter hatte. Russland versucht ganz massiv, Wahlen in westlichen Staaten z.B. über die Sozialen Medien zu beeinflussen. Russland ist der Rückzugsraum von Cyberkriminellen, die überall in der westlichen Welt Firmen hacken und dann erpressen ....

Wollte Russland hier eine positive Veränderung herbei führen, dann würde es sich bewegen. Aber anscheinend will Putin den Status Quo lieber beibehalten.

Der Westen hat insbesondere mit der Aufnahme von NATO-Staaten im Osten und der Ausweitung der EU-Grenzen gegen elementare und in der Nachkriegszeit abgestimmte Bedingungen verstoßen, die man aus russischer Brille durchaus als Bedrohung sehen konnte/kann.
Die Ukraine oder die Krim kann man außen vor lassen, ebenso könnte man die USA genauso gut als Kriegstreiber aufführen, die nicht vor der eigenen Haustür heiße Zonen schaffen, sondern überall auf der Welt. Je nach dem, welche Interessen Washington gerade so hat.

Davon ab ist es aber auch eine relevante Frage für uns Deutsche, ob es sinnvoll ist, in einem derartigen Zustand der Schwäche, ständig die Flamme gegen Russland am lodern zu halten. Eine gesunde Nähe mit notwendiger Zurückhaltung halte ich für deutlich sinnvoller aus deutscher Sicht, als die "Hau drauf"-Mentalität. Das man sich auf die USA nicht mehr per se verlassen kann, sollte jedem klar sein und ohne die GIs in einem heißen Konflikt wären wir nackt wie ein Findelkind auf europäischem/deutschen Boden, nach 20 Jahren Angsthasenpolitik.


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