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Englischsprachiger Spiegel-Artikel zu den Ereignissen in Berlin und Kabul (Sonstiges)

Ulrich, Freitag, 20.08.2021, 19:21 (vor 1608 Tagen) @ Gargamel09

Das deutschsprachige Original steht hinter der Paywall.

»Takeover of Kabul Unlikely Before 9/11« - A Chronicle of German Failures in Afghanistan

Die Botschaft hatte das Gefühl, in Berlin im Auswärtigen Amt ignoriert zu werden.

Dass die Amerikaner die Grüne Zone nicht mehr gesichert, sondern sich statt dessen auf die eigene Botschaft und den Flughafen beschränkt hat, hat man nur durch Zufall mitgekommen. Später hat man dann erfahren, das die USA bereits evakuieren. Spricht nicht gerade für eine regelmäßige Kommunikation unter Kollegen.

Der BND hatte zwar bereits seit Jahren gewarnt, dass die Situation in Afghanistan instabil sei und ein Zusammenbruch drohe. Aber den schnellen Vormarsch der Taliban hatte man verschlafen. Auf der anderen Seite hat der BND aber gedrängt, so viele lokale Hilfskräfte wie irgend möglich auszufliegen.

Schon im April war das Thema bei Gesprächen zwischen dem Außenministerium, dem Innenministerium, dem Verteidigungsministerium und dem Entwicklungshilfeministerium. Ausgerechnet das Entwicklungshilfeministerium hat die Rettungsaktion hintertrieben. Man wollte die lokalen Helfer unbedingt im Land behalten, um die jeweiligen Projekte fortzusetzen, eventuell sogar nach einer Machtübernahme der Taliban. Das Auswärtige Amt wollte eine großzügige Lösung, erst Ausfliegen und dann über den Aufenthaltsstatus in Deutschland beraten. Das Innenministerium hingegen wollte eine restriktive Lösung, Zunächst sollten Anträge gestellt werden, und nur diejenigen bei denen die bewilligt worden wären, wären ausgeflogen worden.

Kurze Zeit später hat Annegret Kramp-Karrenbauer bei Angela Merkel interveniert. Ziel war es, nicht nur die in den letzten beiden Jahren bei der Bundeswehr Beschäftigten auszufliegen, sondern alle ab 2013 Beschäftigten. Die Verteidigungsministerin selbst wollte nicht, dass die Hilfskräfte mit Charterflugzeugen ausgeflogen werden sollten, das wäre angeblich das falsche Signal gewesen.

Horst Seehofers Priorität war bis zuletzt, möglichst noch nach Kabul abzuschieben.

Alles in allem ein Stück aus dem Tollhaus.


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