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Vertrauen in den Staat sinkt seit Jahren. (Sonstiges)

Habakuk, OWL, Donnerstag, 17.08.2023, 16:33 (vor 886 Tagen) @ FourrierTrans

Das mit der Krankenhausreform hatte ich schon durchaus mitbekommen aber extra rausgenommen aus der Aufzählung weil ich da aus der Praxis extrem unterschiedlich Stimme höre wie sich das auswirken würde.
Das wohl ziemlich verzwickt und da gibt es wohl keine Lösung ohne Opfer.


Das wäre an dem Punkt auch meine Frage. Kann ich jetzt so nicht bewerten, aber alle dich ich persönlich kenne, die in der Branche arbeiten (als Ärzte, Pfleger usw.) oder auch kürzlich betroffene Patienten stöhnen zumindest und sagen, es wird immer schlimer. Und das Thema war ja auch schon unter Spahn und Corona ein großes Ding. Die Menschen interessieren sich nicht mehr für Partei Klein-Klein, die wollen Lösungen. Und es scheint auch vorbei zu sein, dass man immer jeweils der Vorgängerregierung oder der anderen Volkspartei den schwarzen Peter zuschieben kann, um sich aus der Verantwortung zu stehlen. Das verfängt offenbar nicht mehr.

Die Probleme im Gesundheitswesen bestehen ja nicht nur aus einer dringend erforderlichen Krankenhausreform. Im ambulanten Bereich sind Reformen mindestens ebenso notwendig, es gibt aber praktisch gar keine Bestrebungen, hier wirklich etwas zu verändern. Alles ist krampfhaft auf die Digitalisierung fokussiert, die wirklichen Probleme liegen aber ganz woanders. Im sogenannten Gemeinsamen Bundesausschuss haben sich die Krankenkassen auf der einen und Vertreter der "Leistungserbringer" (Krankenhausgesellschaft, Kassenärztliche Vereinigung) auf der anderen Seite seit Jahrzehnten in einem Stellungskrieg eingebuddelt, der über die Zeit ein Verwaltungsmonster erschaffen hat, das weltweit wohl einzigartig sein dürfte. Unter diesem leidet das gesamte Personal im Gesundheitswesen und es macht eine effektive Patientenversorgung inzwischen unmöglich. Gleichzeitig sind die genannten Akteure immer mehr zum Selbstzweck geworden und pflegen ihre Machtpositionen, die ihnen selbst auch reichlich Geld in die Kassen spülten

Im Gesundheitswesen braucht es keine weiteren 99 Reformen mehr, es braucht eigentlich einen kompletten Neustart. Aber dazu würde es wie bei vielen drängenden gesellschaftlichen Problemen einer anderen Form der Politik bedürfen. Solange parteipolitischer Hickhack à la Söder (um diesen mal exemplarisch als Prototypen des kurzsichtigen Politdeppen zu benennen) in der Politik vorherrscht, werden Probleme nicht gelöst werden, sondern lediglich das mediale Feld für AfD und Konsorten bereitet. Die konsensfähigen politischen Kräfte müssen sich - unabhängig von Zugehörigkeit zu Regierung oder Opposition - zusammensetzen und gemeinsam tragfähige Lösungen anbieten, und zwar bald. Andernfalls werden diese halbwegs vernünftigen Kräfte bald nicht mal mehr Zweidrittel der gewählten Abgeordneten im Bundestag ausmachen.


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