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Tolle Diskussion (Sonstiges)

Pfostentreffer, Freitag, 18.08.2023, 14:09 (vor 884 Tagen) @ Pfostentreffer


Und das sind nur Kleinigkeiten.
Das die BRD sich da zuweilen nicht mit Ruhm bekleckert hat sehe ich ein, aber wenn man solche Argumente bringt ist man schneller nen Nazi als man schauen kann....

Keine Ahnung wo man wegen solcher Argumente schnell als Nazi bezeichnet wird. Trotzdem verstehe ich den Punkt, dass Du es so empfindest und das ist ein tatsächliches, echtes gesellschaftliches Problem. Dafür habe ich aber keine Lösung, tut mir leid.

Die eigentliche Frage ist ja, Argumente wofür oder wogegen und für wie schwer man diese empfindet. Deine Argumente sind eine Auflistung von Probemen, von denen Du meinst, dass sie durch mehr Flüchtlinge geschaffen oder verstärkt werden. Die Teile ich. Überall, wo die Anzahl an Menschen (und nicht nur Flüchtlingen) sinkt die Anzahl an pro Kopf zur Verfügung stehender Resourcen.

Die Frage ist, welche Gewichtung man diesen Punkten einräumt im Vergleich zu der Notwendigkeit zur Hilfe von Menschen in Not. Denn genau das sind Flüchtlinge, Menschen in Not.


Und vielleicht denke ich da für viele zu Radikal, aber wenn mir mein Haus weggebombt wird und mich wildfremde Menschen (Staat) aufnimmt, bin ich froh über jede Unterstützung und beschwere mich nicht wenn ich mit Personen zusammen leben muss, die meine Religion nicht anerkennt.

Hier sind wir tatsächlich unterschiedlicher Meinung, auch wenn ich Deinen Impuls verstehe. Natürlich ist man zuerst froh, zu überleben. Aber wenn an dem Ort der mich aufgenommen hat, mein Leben durch ein quasi unveränderliches Identitäsmerkmal bedroht ist, habe ich nur 3 Möglichkeiten:

1) Es / mich zu verstecken - geht nicht immer und wird mittlerweile vom europäischen Gerichtshof als menschenunwürdig angesehen
2) Weiter zu flüchten an einen anderen Ort
3) Mir trotz dieser Umstände ein Leben aufzubauen und vielleicht zu versuchen, diese Umstände zu verbessern

Nur weil jetzt nicht mehr die Bomben über mir hereinbrechen, möchte ich trotzdem noch mein Leben leben. Deswegen bin ich ja geflohen. Wenn ich dann nur noch ruhig im Heim sitzen darf ohne zu arbeiten und einen Mucks zusagen, hätte ich auch dort bleiben können. Trotzdem kann ich aber demütig und dankbar sein, dass schliesst sich nicht aus.


[quote]Demut ist das Stichwort.
[/quote]

Die meisten Flüchtlinge die ich kennen gelernt habe, waren extrem demütig und dankbar. Aber das kannst Du natürlich anders erlebt haben.

> Und ja, es gibt auch viele Fälle bei denen man sich fragen muss, warum die BRD in dem Fall so extrem versagt hat.

Die gibt es ganz bestimmt und auch hier bin ich bei den Kritikern vorne dabei. Grundsätzlich finde ich aber, dass unser Job bezüglich Flüchtlingen in den letzten Jahren relativ (!) gut war. Und ich war seit '93 grosser Kritiker. Deutschland hat relativ viele Menschen aufgenommen und in den Arbeitsmarkt gebracht (und damit zurück ins normale Leben), das ist schon eine Leistung, speziell bei so vielen traumatisierten Menschen. Natürlich gibt es trotzdem Probleme und Konflikte, niemand würde das abstreiten. Dazu gehört aber auch zu verstehen: Gesellschaftliche Konflikte sind ein Effekt von mehr Integration, nicht von weniger (Gewaltkriminialität natürlich nicht, keine Frage).

Was mir deutlich mehr Sorgen macht als die deutsche Flüchtlingspolitik ist die europäische. Ohne Zweifel ist Deutschland daran natürlich beteiligt.

> Und sicherlich weiss ich, das diese Meinung so wie ich sie äussere nicht ankommt, aber ich verurteile grundsätzlich keinen der hier Zuflucht sucht,eine gewisse Dankbarkeit zeigt und einfach froh ist nicht mehr verfolgt zu werden.

Bei mir ist sie nicht anders angekommen, ich habe Dich nicht als rechte Flitzpiepe wahrgenommen oder so. Sondern nur meine Meinung Deiner gegenübergestellt.

> Dass dies dann innerhalb der BRD besser "verarbeitet" werden kann/muss sehe ich ein, dennoch rechtfertigt das eben auch nicht gewisse Vorfälle dieser PErsonengruppen.

Was für Vorfälle meinst Du genau?


Und nochmal, dass die meisten die hier Schutz suchen keine Alöcher sind weiss ich.

Gut. Ich würde tippen, der Ratio ist ähnlich wie bei allen anderen Menschen auch. Vermutlich etwas höher aufgrund des relativ hohen Anteils Traumatisierter. Gewalt erzeugt Gegengewalt. So, jetzt habe ich gesagt, das der Anteil Alöcher bei Flüchtlingen vermutlich höher liegt als beim Rest der Menscheheit. Werde ich deswegen jetzt hier als Nazi beschimpft? Vermutlich nicht.

> Wahrscheinlich hab ich mich mit dem Post für viele jetzt selbst in die Rechte Ecke gedrängt, so sehr hinterfragt man sich bei so ner Meinung schon selbst.....
[quote]Verrückt....
[/quote]

Glaube ich nicht, die meisten Leute hier sind schon in der Lage, dass gelesene auch zu verstehen. Aus meiner Sicht zumindest hast Du Dich mit dem Post in gar keine Ecke gestellt.

Sich selbst zu hinterfragen, ist aus meiner Sicht etwas positives. Tatsächlich wäre das sogar sehr konstruktiv, da vielen nicht bewusst ist, wo in unserer in weiten Teilen sehr schönen, aber weit von "perfekt" entfernten westlichen Welt überall Diskriminierungen und Rassismus und wie tief sie in die Lebenswirklichkeit von uns allen eingesickert sind.


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