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Schlägerei in Unnaer Flüchtlingsunterkunft – mehrere Dutzend Beteiligte (Sonstiges)

bambam191279, Dortmund, Freitag, 18.08.2023, 12:55 (vor 885 Tagen) @ Fonzie

Das wären dann aber auch "selektierte" Zuwanderer und eher keine Flüchtlinge die man in Unterkünfte zusammenpferchen "muss".


Den Fachkräftemangel löse ich ja sowieso nicht nur kurzfristig über die passende Anzahl an fertig ausgebildeten und dann zugewanderten Fachkräften, sondern es ist auch ein demographisches Problem. Die Kinder von Zuwanderern (egal ob Flüchtling oder nicht) werden aber ja hier ausgebildet und helfen dann eben in ein paar Jahren als Fachkräfte.

Wir haben bei uns an der Schule seit 2015 eigentlich dauerhaft eine Gruppe von ca. 20 Kindern und Jugendlichen in der sprachlichen Erstförderung (das sind i.d.R. die ersten 2-3 Jahre nach Zuwanderung. Aktuell sind es wegen des Ukrainekriegs allerdings doppelt so viele. Wir haben dabei bei den Eltern auch die ganze Bandbreite an Familiengeschichten von "wegen einer Stelle als Fachkraft nach D gezogen" über Migration innerhalb der EU bis hin zu Familien, die Asyl beantragt haben.

Wie bei deutschen Familien sind da sicherlich begabtere und weniger begabte Schüler dabei, aber all diese Kinder und Jugendlichen werden eben (zeitweise) in D ausgebildet und würden unter normalen Umständen irgendwann in Deutschland arbeiten, so ihnen diese Möglichkeit eben zugestanden wird. Auch bei den Eltern erlebe ich es äußerst selten, dass die mit der oft heraufbeschworenen "Einwanderung ins Sozialsystem" zufrieden sind. Für eine Flucht braucht es jede Menge Entschlossenheit und Willen und die meisten würden diese gerne in eine berufliche Karriere stecken. Leider macht es Ihnen, je nach Status, die Bürokratie wahnsinnig schwer, ein geregeltes Leben mit einer eigenen Wohnung, Arbeit usw. zu führen.

Allerdings finde ich diese Thematik um die Flüchtlinge in Unterkünften extrem komplex, denn mir. z.B. will es nicht in den Sinn, wie ich flüchtend dann noch die Energie aufwenden kann um "verhasste" Nationalitäten oder Religionen anzugreifen.


Auch hier muss man bedenken, dass Geflüchtete normalerweise diversen extremen psychischen Belastungen ausgesetzt waren. Dazu kommt dann der Druck durch eine Situation, wo man unter extremer Ungewissheit auf engstem Raum mit vielen Menschen, die man teilweise kaum versteht, eingesperrt ist. Man hat keine Arbeit als Ausgleich etc. Das sind Stresssituationen, die sich die meisten von uns kaum vorstellen können. Wenn man aber mal daran denkt, wie sich bei vielen das deutlich luxuriösere "Eingesperrt und den Behörden machtlos ausgeliefert sein" während der Lockdowns angefühlt hat, kann man es vielleicht zumindest erahnen.

Dazu kommen teilweise die bereits anderswo angesprochenen nationalen und regionalen Konflikte zwischen Nationen, die u.U. jahrzehntelang Kriege gegeneinander geführt haben. Normalerweise entstehen diese gewaltsamen Auseinandersetzungen ja nicht aus einem geplanten Angriff, sondern aus einem eskalierenden Streit, eventuell aufgrund der Sprachbarriere mit fehlender Möglichkeit zur verbalen Deeskalation.

Aber natürlich war ich auch nie in solch eine Situation und würde auch Lügen wenn ich behaupte ich kann mich in diese Lage hineinversetzen.


Das ist glaube ich der wichtigste Punkt. Ich habe wie oben beschrieben relativ regelmäßig direkten Kontakt zu Familien in solchen Situationen und kenne deshalb auch viele Geschichten über Flucht/Auswanderung und auch die Situation anschließend in D. Dazu habe auch ich eine Weile im Ausland (UK) gelebt. Komplett hineinversetzen kann man sich aufgrund der extremen Umstände trotzdem nie wirklich. Und da fehlt mir manchmal oft das Verständnis, wenn Leute ihre Urteile über Migranten fällen.

Du, Ich kann Deine Ansichten absolut teilen, aber es ist dann auch eben so, wenn wir von 400k Fachkräften jährlich ausgehen, muss das mit den Einwanderern und deren Kindern mehr als ne 100% Quote sein ;-)
Und sicherlich sind da Sprache und Bildung absolut mit die wichtigsten Faktoren.

Es geht mir halt auch nicht darum, dass wir Zuwanderung brauchen, aber es kann durchaus ähnlich laufen wie bei Dtschen.
Es gibt sie ja, die faulen,kriminellen und eben auch Sozialbetrüger, die dann noch anderweitig Geld scheffeln.
Und das Deutsche Sozialsystem ist ja durchaus als sehr wohlwollend bekannt.
Ich wiederhole mich, die wenigsten zu uns geflüchteten/Einwanderer wollen diesen Weg gehen, aber bei der Menge hast Du halt auch viel "Mist" dabei.

Man sollte jetzt halt nicht den Fehler machen und behaupten, wir brauchen 400k Fachkräfte, also holen wir "einfach" 400K aus dem Ausland und die Fehlmengen sind ausgeglichen.

Bezüglich des Fachkräftemangels sollte man vielleicht auch mal innerhalb der BRD schauen, ob die Ansprüche der Firmen was Qualifikation,Arbeitszeit und Entlohnung betrifft noch zeitgemäß ist.

Sorgen habe ich bei "zu vielen" Einwanderern am ehesten,dass die sich gerade zu Beginn mit deutlich zu geringen Bezügen abspeisen lassen, denn nicht alles was tariflich als Mindestlohn oder eben gesetzlich als Mindestlohn festgesetzt ist, ist wirklich fair.

Da Du aber zig mal mehr Erfahrungen in diesem Bereich zu haben scheinst, will ich da auch gar nicht großartig gegen reden, denn eigentlich bin ich im Grunde bei Dir.

Ich bin halt (muss auch zugeben mittlerweile) recht demütig geworden und bin heilfroh in einem Land wie der BRD zu leben, auch wenn es für viele D gerade brutal bergab geht....


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