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Grüne Ideologie rettet keinen Planeten (Sonstiges)

majae, Muc, Donnerstag, 26.10.2023, 01:26 (vor 816 Tagen) @ max09

Die von mir sehr geschätzte Ulrike Herrmann führt genau diesen Punkt in ihren Büchern teilweise sehr detailliert aus. Ein grünes Wachstum ist nur bis zu einem gewissen Punkt möglich, ab dann muss man sich zwangsläufig zwischen Wachstum oder Emissionssenkung entscheiden.

Ich hab nur mal kurz ein paar Interviews von ihr gelesen, was sie dort sagt, stimmt aber teilweise nicht so ganz. Laut ihr wird aktuell 9% des aktuellen Energieendverbrauchs von erneuerbaren Energien gedeckt. Die Schlussfolgerung, dass wir also weitere 91% bräuchten, um alles zu decken, stimmt aber nicht, weil Elektroautos, Wärmepumpen etc. weniger Energie für die gleiche Leistung benötigen. Sie sagt auch, dass wir gar nicht genügend Platz für all die Solarzellen und WKA hätten, aber wenn man sich mal die in Deutschland versiegelten Fläche anschaut, dann haben wir sehr wohl genügend Platz. Ich frag mich an der Stelle, warum eine Journalistin, die Geisteswissenschaften studiert hat, bei der Thematik Spezialwissen haben sollte - ich würde mich aber trotzdem über Leseempfehlungen von ihr freuen.
In der Theorie beherrschen wir auch irgendwann Fusionskraft, damit wäre das Energieproblem gelöst. Mir geht es hier nicht um praktische Erwartungen für die nächsten 20, 30 oder auch 50 Jahre, sondern um die fundamentale Behauptung, wirtschaftlicher Wachstum wäre emissionsneutral nicht machbar. Wachstum muss gar nicht zwingend mit mehr Produktion einhergehen. Die Kosten für ein neues Auto, IPhone oder Fernseher sind schon jetzt zum Großteil Entwicklungskosten. Eine perfekte Kreislaufwirtschaft würde außer Energie keinerlei materieller Resourcen benötigen, alles was noch zusätzlich reingesteckt wird, wäre Wachstum. Emissionen lassen sich ausgleichen. Statt Fleisch gibt es Alternativen usw.
Was halt nicht geht, ist ein Wirtschaftssystem, dessen Wachstum auf Konsum ausgelegt ist, wo Geräte nach 2 Jahren geplant so kaputt gehen, dass sie sich nicht reparieren lassen und dann als Elektroschrott auf einer Müllhalde in Afrika landen. Ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, aber wenn ich bisher jedes Jahr ein Produkt für 100 Euro gekauft habe und stattdessen alle 10 Jahre eins für 2000 Euro kaufe, würde die Wirtschaft dann nicht wachsen?
Wie gesagt, habe nur ein paar Interviews von ihr gefunden, wo die Sachen natürlich nur angerissen werden. Wenn sie also irgendwo ausführlicher und stringent den Zusammenhang aufschlüsselt, gerne her mit Empfehlungen.


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