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Dortmunder Polizist erschießt BVB-Fan (Sonstiges)

stoffel85, Dienstag, 20.09.2022, 15:30 (vor 6 Tagen) @ Voegi

Also ich wusste schon, dass sie „vollautomatisch“ schießen können - nur eben nicht ungewollt. An sich ist das ja auch erstmal, bei vernünftigem Training und Vorbereitung der Polizistinnen, kein Problem. Hier liegt dann aber schon der Hund begraben. Es sind „normale“ Polizistinnen und keine Mitglieder einer Spezial- oder Unterstützungseinheit, die eben auch ganz anders ausgebildet und trainiert werden. Bei den Polizistinnen die ich kenne war die Hauptmotivation der wirkliche/nahe Dienst am Bürger. Der Job hat sich aber in den letzten 5 - 10 Jahren immer weiter in eine andere Richtung entwickelt, so dass beide mittlerweile nicht mehr Streife fahren. Über die/deren Gründe berichte ich hier mal nicht ausführlich, da dann viele wieder reflexmäßig Schnappatmung bekommen.
Und da sind wir dann auch wohl schon bei dem
Einsatz in der Nordstadt. Zum einen bekommen die größten Birnen Waffen in die Hand und werden - grade im Bereich MP - schlecht ausgebildet, zum anderen herrscht nicht nur in Hunderschaften oder Spezialeinheiten ein unheimlicher Corpsgeist inkl. eines massiv „rechten“ Problems.
Vorletztes gabs schon immer, wenngleich es sich auch aufgrund der täglichen Situation auf Streife nochmal verstärkt hat. Letzteres hat sich durchs RL definitiv verstärkt. Was man da teilweise hört/erlebt ist schon krass - grade für eine Polizistin in dem Job.
So scheint mir werden viele einfach ein Produkt ihrer beruflichen Umwelt bzw. ihren täglichen Erfahrungen. Dies schaukelt sich dann nach jedem derartig gelagerten Einsatz bei Gesprächen im Streifenwagen, auf der Wache oder bei kollektiven Besäufnissen weiter hoch. Irgendwann - so glaube ich - ist es leider menschlich, bei jedem Einsatz in Viertel X oder mit Mensch(en) Y, anders aufzutreten - bestimmt auch in Teilen aus Angst.
„Anders auftreten“ ist in diesem Fall definitiv eine stereotype Ausländerfeindlichkeit. Beim Fußball und bei linken Demos gibts das übrigens auch, wobei sie dort eher als große Ficker auftreten, als jemand der vor „Ultras“ oder linken Demonstranten großartig was zu befürchten hätten.
Für viele Polizisten ist der Job eine einzige Eingruppierung von Menschen in „wir können ficken“ und „wir könnten/würden gefickt werden“. Ultras, Linke, Wohnungslose auf der einen, Nazis, Rocker, Clans auf der anderen Seite. Das Standing eines augenscheinlichen „Ausländers“ und die damit verbundene Fickhaftigkeit der Polizei wird über die Gruppenstärke und scheinbare Wehrhaftigkeit dieser Person/Gruppe definiert. Pisst man sich bei Clans und Rockern massiv ein, so sind solche Einzelfälle (TM Polizei) gg. ausländische Kinder/Jugendliche, normale Familien oder besoffene Ausländer en guter Moment um endlich mal Dampf abzulassen und seinen Kollegen seine Fickhaftigkeit - auch gg diese Bevölkerungsgruppe- zu zeigen.
Es ist halt saukomplex und schaukelt sich immer weiter hoch ohne das ich da ein Ende absehen kann. Ich bin jedenfalls von den Entscheidungen meiner Polizeibekannten insofern beeindruckt, dass sie immer noch einen Wertekompass hatten, der ihnen den Weg „raus“ ermöglicht hat und sie heute -trotz ihrer täglichen Erfahrungen (intern/extern) - keine „Nazibräute“ sind. Die Mädels sind aber auch an die 40 und haben andere, für sie bessere Zeiten in ihrem Beruf erlebt. Dies wird bei Polizistinnen, die erst seit 5-10 Jahren dabei sind, wohl leider anders sein. Und grade hier seh ich die Gefahr, dass sich die Spirale immer weiter und immer schneller drehen wird. Diese „Einzelfälle“ sind ja schon jetzt keine mehr.


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