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Ermittlungen gegen Till Lindemann eingestellt (Sonstiges)

Fonzie, Münster, Mittwoch, 30.08.2023, 11:07 (vor 872 Tagen) @ Nietzsche

Beweise kann es nur für etwas geben, was tatsächlich passiert ist. Durch die Formulierung wird suggeriert, dass es zwar Beweise gäbe, diese aber irgendwie nicht ganz ausreichten.
Tatsächlich ist es aber so, dass es wohl gar keine Beweise gibt. Das ist ein großer Unterschied.

Seine Anwälte geben dies zu Protokoll:
"Die schnelle Einstellung des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Berlin belegt, dass es keine hinreichenden Beweise beziehungsweise Indizien für die angebliche Begehung von Sexualstraftaten durch unseren Mandanten gibt"

Gerade bei einem so heiklen Thema muss man von Journalisten mehr Genauigkeit erwarten. Die Frage ist jetzt, ob die Autoren zu doof sind, oder bösartig.
Solche Sachen sind aber leider an der Tagesordnung, selbst im ÖRR. Ich finde das sehr bedauerlich.

Nicht mal die Anwälte des Beschuldigten sagen in der Stellungnahme, dass es gar keine Beweise gibt, sondern nur, dass diese nicht hinreichend für einen Tatverdacht sind. Es gibt ja zumindest Zeugenaussagen. Viel mehr hat man in solchen Prozessen in den seltensten Fällen.

Man kann sicherlich darüber reden, ob das Wort "Beweis" im juristischen Sprachgebrauch so angelegt ist, dass man es nur bei nachgewiesener Schuld verwenden darf. Im normalen Sprachgebrauch ist es aber doch ganz klar so, dass man es im Sinne von "Beleg", "Hinwei oder "Beweismittel" gebraucht, egal ob man von Vertrauensbeweis, "aus Mangel an Beweisen", Beweisaufnahme usw. spricht. Der Duden hat für den Begriff Beweis ebenfalls beide Bedeutungen:

- Nachweis dafür, dass etwas zu Recht behauptet, angenommen wird; Gesamtheit von bestätigenden Umständen, Sachverhalten, Schlussfolgerungen
-sichtbarer Ausdruck von etwas; Zeichen, das etwas offenbar macht

Ich verstehe nicht, wieso es so schwer ist, bei den Fakten zu bleiben. TL wurde angezeigt, die Staatsanwaltschaft hat nicht genug Belege gefunden, um ein Verfahren einzuleiten. Gerade bei den Dingen, die im Raum standen, ist das eigentlich nicht verwunderlich. Wie man sein Verhalten bewertet, wird sich bei den wenigsten durch den Prozess ändern.


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