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Was mich auch zunehmend beunruhigt (Politik)

Lattenknaller, Madrid, Dienstag, 08.09.2026, 11:45 (vor 37 Minuten) @ MarcBVB

Vielleicht hat sich auch die allgemeine Einschätzung geändert.

Man möchte den anderen bewusst missverstehen (wofür du gestern ein schönes Beispiel geliefert hast, aber das nur am Rande).

Hat dann auch mit dem Medium zu tun, soziale Medien und Foren sind halt schwierig, um Nuancen zu artikulieren und zu verstehen. Was dann sicher auch Teil des Problems ist.

Kohl wurde immer wieder als grobschlächtig, tumb, als "Birne" geschmäht. Der hatte aber ein relativ dickes Fell.

Kohl war aber immer auch ein sehr guter Stratege, aber solche benötigen ein dickes Fell.

Gleichzeitig gab es genug Einendes, worauf sich alle Parteien mehr oder minder einigen konnten. Heutzutage fallen ja fast alle - mehr oder minder - wieder zurück in den Tribalismus. Vergleiche eine Diskussion zu einem beliebigen Thema bei X oder BlueSky. Auf der einen Plattform hast du diejenigen, die alles, was nicht Ihrer Meinung entspricht, als "linksgrün-versifft" bezeichnen, auf der anderen wird Robert Habeck quasi sektenähnlich verehrt und alles ab dem Seeheimer Kreis sind Nazis. Diese Polarisierung, diese Unfähigkeit, Kompromisse zu schließen führt halt im Ergebnis weltweit zu der Situation, wie sie nun einmal ist.

Ich glaube wir sollten uns darauf einigen, nicht Robert Habeck zu nennen. Führt zu nichts. Er hat vieles richtig gemacht, aber auch ein paar Fehler, aber das ist genau die Sachdiskussion, die man führen kann. Ich beteilige mich auch nicht an den Merz-Diskussionen. Ich halte ihn für nicht geeignet, aber nicht in dem Umfang, dass er an der Situation groß schuld ist. Der ist gerade auch eher eine arme Wurst, weil er gegen Strömungen schwimmt, die er selber nur begrenzt steuern kann. Und er eben kein Kohl ist. Was mit Habeck passiert ist und jetzt mit Merz (der von Teilen der ehemaligen CDU-Machtbasis aka Springer verlassen wird) ist Teil des Problems.

Und die wenigsten Leute haben halt die entspannte Einstellung "Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Sau dran scheuert". Das Gegenteil ist der Fall. Wir schaffen Meldestellen für Dinge unterhalb der Strafbarkeitsschwelle. Warum? Damit irgendwelche Deppen, die sonst keinen Job bekommen würden, staatlich alimentiert werden? Dieses Mimimi, die Unfähigkeit, für Argumente offen zu sein und der Wunsch nach einem Vollkasko-Staat führen zu der jetzigen Situation.

Hier stimme ich Dir dann zu. Als Gen X'ler frage ich mich manchmal, wie ich das Schlachtfeld der 80 und 90er überlebt habe. Es gibt im Spanischen ein schönes Wort "Pusilanimo". Meine Frau und Ich benutzen das recht häufig, wenn wir vor dem Fernsehen sitzen.


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