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Führungsfigur (Politik)

Professor Bienlein, Ruhrgebiet, Dienstag, 08.09.2026, 11:54 (vor 1 Stunden, 7 Minuten) @ Pfostentreffer


Es gibt durchaus Vorgänger. Auch die NSDAP war sektenartige "Bewegung", die Glaubenssätze waren quasi-religiös. Orthodoxe kommunistische Parteien fallen mir noch ein, oder die MAGA-Bewegung in den USA. Der Unterschied ist aber, NSDAP mit Hitler, orthodoxe kommunistische Parteien lange mit Lenin bzw. danach Stalin oder mit Mao, hatten in der Regel einen Großen Führer. Die AfD hat Höcke, Weidel, Chrupalla, Siegmund, etc.


Tatsächlich ist es das, was mir am meisten Sorgen macht.

Die Faschisten in Deutschland erfüllen fast alle Vorraussetzungen für erfolgreichen Faschismus. Bis auf eine: Sie hatten keine Charming Führungsperson. Bis Sonntag.

Siegmund ist mMn jemand, der diese Rolle einnehmen könnte. Daran mangelte es bisher. Ob Petry, Meuthen, Weidel, Höcke, Chrupalla oder Spahn oder Dobrindt, keiner von denen ist eine Charming Leader der die Leute in seinen Bann zieht und mitnimmt ala Trump oder Hitler.

Merz sowieso nicht und zudem zwar natürlich rassistisch, frauenfeindlich, korrupt etc, aber eben kein Faschist. Und - wie die anderen aufgezählten auch - absolut nicht charming.

Nun haben sie ihren Posterboy auf seiner Simson.

Wer Politiker – bis tief hinein in demokratische Parteien – hemmungslos als „Rassisten“, „Nazis“ oder sonst etwas beschimpft, nur weil sie einem politisch nicht passen, darf sich irgendwann nicht darüber wundern, wenn solche Begriffe ihre abschreckende Wirkung verlieren.

Wer ständig „Nazi“ ruft, wenn er eigentlich nur „anderer Meinung“ meint, entwertet den Begriff. Und wer jeden politischen Gegner zum Rassisten erklärt, sorgt dafür, dass tatsächlicher Rassismus irgendwann kaum noch von einer politischen Diffamierung zu unterscheiden ist.

Das ist nicht nur sprachlich problematisch, sondern politisch gefährlich: Wenn die Grenze zwischen demokratischer Meinungsverschiedenheit und tatsächlichem Rechtsextremismus ständig verwischt wird, stumpfen Menschen ab. Dann werden auch berechtigte Warnungen vor Rechtsextremismus irgendwann nur noch als weitere politische Kampfparole wahrgenommen.

Wer Rechtsextremismus wirklich bekämpfen will, sollte deshalb mit diesen Begriffen nicht inflationär, sondern präzise umgehen. Sonst erreicht man am Ende womöglich genau das Gegenteil dessen, was man eigentlich beabsichtigt: Man treibt Menschen nicht weg vom Rechtsextremismus, sondern macht sie taub für die Warnungen davor.


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