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Pseudowissenschaft (Politik)

majae, Muc, Dienstag, 08.09.2026, 18:21 (vor 2 Stunden, 15 Minuten) @ Nietzsche

Ich hab wenig Interesse mit dir eine Diskussion über Homöopathie zu führen, zumal du eh größtenteils an mir vorbei redest.
Deine Aussage, sie würde nie irgendeinen Effekt zeigen, ist faktisch falsch. Meine Aussage dazu war, dass sie nie (bzw nur im Rahmen der erwarteten Fehlertoleranz) über den Placebo-Effekt hinaus Wirkung gezeigt hat und die ist d'accord mit der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Es reicht nicht, ein paar Leute behaupten zu lassen, es ginge ihnen besser und das mit dem Placebo-Effekt zu vergleichen.

Jemand der den Placebo-Effekt leugnet oder ihn als Einbildung von ein paar wenigen Leuten darstellt, schlägt sich nicht auf die Seite der Wissenschaft sondern leugnet diese.

Man muss auch erklären können, wie genau das eigentlich wirken soll. Wirkstoff x dockt an Rezeptor y oder blockiert Zellfunktion z oder sowas.

Und wieder falsch. So muss Medizin nicht zwangsläufig ablaufen. Niemand kann dir erklären, warum ausreichend Schlaf unser Immunsystem stärkt, trotzdem wird dir das jeder (gescheite) Arzt empfehlen. Auch bei anderen Medikamenten reicht es, wenn ihr positiver Nutzen (über den Placebo-Effekt hinaus) nachweisbar ist. Eine Erklärung dafür ist schön, aber keine Voraussetzung.
Ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: Lithium. Wird seit vielen Jahrzehnten erfolgreich zur Therapie bei bipolaren Störungen und schweren Depressionen verwendet. Wie und warum? Kann dir keiner mit Sicherheit sagen und die Erklärungsversuche sind nur Vermutungen a postiori. Tatsächlich ist es aber die einzige Therapie, die bei Affektstörungen eine nachgewiesene Wirkung gegen Suizid hat.
Würde Medizin nach deinen Vorstellungen funktionieren, dass nur Mittel zugelassen sind, deren biologische Auswirkungen verstanden wurden, wäre unsere Medizin deutlich limitierter.
Spielt aber für Placebo/Homöopathie keine Rolle, da hier - wie wir beide bereits schrieben - keine biologische Wechselwirkung eines Heilmittels mit unserem Körper stattfindet. Du wirst damit deswegen auch kein Krebs heilen oder Raucher von ihrer Nikotinsucht losbekommen. Viele unserer Leiden sind aber subjektiv: (chronische) Schmerzen, Arthrose, Depressionen. Bei letzten wird vermutet, dass selbst die zugelassenen Antidepressiva 60-70% ihrer Wirkung über den Placebo-Effekt entfalten. Es gibt sogar Review Studien, in denen das Placebo keinen statistisch signifikanten geringeren Effekt hatte, als die Behandlung.

Wie müsste der Nachweis aussehen, dass es Quatsch ist, damit Du das anerkennst?

Auch wenn ich es jetzt zum dritten Mal schreibe: Es ist Quatsch in dem Sinne, dass die ganze """Wissenschaft""" dahinter keinerlei Grundlage hat und dementsprechend auch keine Wirkung über ein Placebo hinaus zeigt. Dass der Placebo-Effekt selber Quatsch sei, davon wirst du mich höchstens überzeugen können, wenn meine Gehirnleistung drastisch nachgelassen hat.


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