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Ihr feiert den Kommerz, aber im Fußball ist es ein No-Go? (Spieltage)

pactum Trotmundense, Syburg, Montag, 12.02.2024, 08:57 (vor 18 Tagen) @ DerRuhdi

Ich gehöre nicht zu denen, die den SuperBowl geschaut haben. Wenn überhaupt sehe ich vielleicht generell mal ein Spiel in drei Jahren oder so. Daher würde ich mich nicht als Football-Fan bezeichnen. Das nur als Vorbemerkung um meine Aussage besser einordnen zu können.

Von meinen Besuchen in den Staaten habe ich gelernt, dass man dort eine komplett andere Sichtweise in der Gesellschaft auf die NFL, NBA, NHL und MLB hat. Es ist dort jedem bewusst, dass es sich um Entertainment handelt und diese Ligen der Unterhaltung dienen. Sie wurden von Unternehmern gegründet, die ein Potential für Rendite in diesen Sportarten sahen. Entsprechend gehen die Fans auch mit den Franchises um. Die Fans hängen (teilweise) mit Herzblut an ihrem Team, keine Frage. Aber es ist ihnen bewusst, dass die Teams und die Ligen nicht ihnen gehören. Entsprechend mault man zwar gerne über Besitzer eines Franchises, aber akzeptiert grundsätzlich was diese als Liga fabrizieren. Klar gibt es auch mal Kritik an Regeländerungen oder bescheuerte PayTV-Deals. So einen Aufstand wie hier wird es da aber nie geben. Im Gegenteil. Die Grundstimmung ist immer noch die, dass es ein persönliches Problem ist, wenn man sich den Sport im Stadion oder PayTV nicht leisten kann. Musst du halt mehr verdienen.

Wenn du einen Hauch von der Fankultur erleben willst, die uns hier in Deutschland innewohnt, musst du zum Collegesport und dem High School-Sport gehen. Der eigenen High School und dem College sind die Amis ihr Leben lang treu ergeben, wenn es um die Teams geht. Selbst wenn sie, was dort nicht unüblich ist, im Laufe des Berufslebens quer durch die Staaten ziehen. Wenn es in dem Bereich Änderungen gibt, sehen die Amerikaner das deutlich weniger gelassen als in den Entertainment-Ligen. Da achtet man z.B. sehr deutlich darauf, dass die Ticketpreise im Rahmen bleiben, insbesondere für die aktuellen Studenten. Es gibt sogenannte Komiteen, die man ungefähr mit dem, was wir Fanclubs nennen, vergleichen kann. Dort werden Choreos und Auswärtsfahrten organisiert, aber auch das komplette Drumherum an einem Spieltag. Vielfach ist auch das komplette Catering und das Merchandise in den Händen der Fans und nicht der jeweiligen Universität, bzw. High School. Versuche daran etwas zu ändern, würde an einigen Colleges unter Garantie zu gewalttätigen Konflikten führen. Da sind wir in Deutschland mit unflätigen Gesängen, "bösen" Bannern auf der Tribüne, sowie mit Tennisbällen und Flummis auf dem Feld einfach nur harmlos.

Als Fazit kann man sagen, dass man nicht zum Hypokrit wird, weil man explizit zum Entertainment gedachte Events auch als solche behandelt. Deutscher Profi-Fußball und US-amerikanischer Entertainment-Football lassen sich in diesem Punkt nicht vergleichen.


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