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Spielidee - taktische Konzeption: nicht existent (Spieltage)

Pablo, HH-Uhlenhorst, 289 km Luftlinie, Samstag, 18.04.2026, 19:42 (vor 1 Tag, 3 Stunden, 14 Min.) @ Redaktion schwatzgelb.de

Mal unabhängig vom Ergebnis und den Elfmetern, aber einmal mehr hat mich dieses Spiel auch aus meiner Trainerbrille völlig ratlos hinterlassen.

Ich habe es auch in einem anderen Forum geschrieben, teile euch meinen Senf aber auch mit:

Ich weiß gar nicht, wo ich bei diesem Spiel anfangen soll. In diesem 532 haben wir im Laufe der Saison überwiegend sehr schwache Spiele gemacht. Die Aufstellung hinterlässt schon Rätsel, denn mit dieser defensiven Grundordnung ist Niklas Süle völlig fehl am Platz. Er ist stark am Ball und hat seinen Mehrwert, wenn wir dominant auftreten, aber nicht, wenn wir nah am Strafraum verteidigen müssen oder viele Tiefenläufe aufnehmen müssen. Unseren überwiegend undynamischen Mittelfeldspielern kamen die langen Wege zum gegnerischen Tor auch überhaupt nicht zu Gute.

Hoffenheim hat vor der Pause gezeigt, wie Fußball funktioniert, zumindest von der Grundidee, auch wenn man im letzten Pass häufig zu unsauber war. Auf dem gesamten Feld waren sie in Ballnähe immer +1, wir haben gar keinen Druck auf den Ball bekommen und haben in den ersten 25 Minuten von 532 auf 541 und später mannorientiertes Spiel umgestellt. Dabei wusste jeder offensichtlich gar nicht, was zu tun war. Exemplarisch die Situation vor der Chance von Kramaric (25.), die Kobel passiert. Asllani zieht Anton aus der Verteidigung bis kurz vor den gegnerischen Strafraum raus (!) und Sabitzer und Süle haben auf die resultierende Lücke gar nicht reagiert und so kam Kramaric nach Flanke von halbrechts völlig frei zum Abschluss.

Hoffenheim zeigte sich sehr flexibel in den Tiefenläufen und überaus präsent im Zehnerraum, wo hinter Asllani immer wieder drei Spieler zusätzlich in der Verbindung warteten und so auf kleinem Raum schnell kombinieren konnten. Ein Raum, der bei uns völlig verwaist war. Unser Offensivspiel bestand darin, dass Beier auf den linken Flügel kippt und dann Silva ohne Fortsetzung schickt, oder Silva macht irgendwie den Ball fest und schickt Beier und rückt alleine nach. Das Nachrücken, wenn man überhaupt mal in offensive Ballkontrolle kam, war mangelhaft. Witzigerweise hätte Silva dennoch nach einer Flanke von Ryerson mit einem etwas besseren Torriecher einköpfen müssen. Auch die zuletzt schon wirkungslosen langen Third-Man-Läufe von Sabitzer auf der Kante zwischen der rechten und halbrechten Spur waren heute völlig ohne Mehrwert. Diese taktische Maßnahme dürfte jetzt auch jeder Bundesligist verstanden haben und ein Vorteil aus diesen Wegen in den ungefährlichen Raum ist auch nicht zu erwarten.

Wir hatten das Thema mit Sabitzer schon unter Terzic, dass er lange Läufe ohne Ball macht, da war es aus dem 433 heraus ein Attackieren des tiefen Raumes neben der Spitze, oftmals Füllkrug, und ein hohes Durchlaufen im Pressingverhalten, wo die Grundordnung zu einem 442 wurde. Im zentralen Raum kann er so auch gefährlich werden und muss zwingend aufgenommen werden, seine Position unter Kovac sehr nah an der Seitenlinie kommt ihm meiner Meinung nach nicht zu Gute. Erschwerend kommt heute unsere Strafraumbesetzung bei der Vielzahl an Flanken, mehr als einen Spieler im torgefährlichen Raum hatten wir selten.

Wie viele Bälle wir mit dem Rücken zum gegnerischen Tor schon in tiefen Feldpositionen spielen mussten und auf welche Art und Weise wir die auch noch gespielt haben, war abenteuerlich. Exemplarisch dafür der Ball von Sabitzer kurz vor der Pause links Höhe Mittellinie, ich meine Richtung Beier. Dass Guirassy dann heute ein zumindest besseres Spiel mit einem Gegner im Rücken hatte, konnte uns nach der Pause entlasten, zeugt aber auch nicht von hoher Kreativität. Stattdessen, so wirkte es von der Tribüne, sollte sich der zumindest etwas belebende Inacio nach weiter außen im U zwischen Anton und Ryerson anbieten und so die Verbindung nach vorne im Halbraum weiter kappen. Überhaupt kam Inacio das dritte Mal in dieser Saison und das dritte Mal in Rückstand gegen einen Top-6-Gegner. Warum immer nur ins Haifischbecken unter Druck und in der Not?

Hoffenheim war heute auch spielerisch nicht das Nonplusultra, in der Anfangsviertelstunde war die Fehlerquote sehr hoch, vor allem bei Spielbeschleunigungen mit einem Kontakt, besonders Avdullahu ist mir da negativ aufgefallen. Und warum Hoffenheim nach der Pause das Fußball spielen eingestellt hat und vor allem nach der Herausnahme vom Toure nur noch Kontern wollte, erschließt sich mir nicht. Dafür ist Hoffenheim individuell defensiv auch zu fehlerbehaftet, wie man punktuell schon vor der Pause gut erkennen konnte. Aber: ich habe ein gut durchdachtes Konzept und eine Handschrift vom Trainer erkannt, die viel Potential entfalten kann. Etwas, was mir bei uns komplett abgeht.


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