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Reiche: Spritpreis wird nicht auf der deutschen Autobahn gebildet (Politik)

Pfostentreffer, Mittwoch, 08.04.2026, 15:05 (vor 2 Tagen) @ markus

Laut dem Artikel ist doch genug Angebot vorhanden, da wir kaum Öl aus der Region beziehen. Es geht allein um dem Preis.


Der Artikel gibt nur wieder, was Frau Reiche sagt und wie sie das Thema setzt. Das hat aber nichts mit der Realität oder den wirklich relevanten Fragen zu tun, sondern sagt sie nur zur Ablenkung von eben dieser und diesen.

Bei autofreien Sonntagen oder Tempolimit in Deutschland ging es immer um die Senkung des Verbrauches, noch nie um die Senkung des Weltmarktpreises für Öl. Wäre ja auch komplett wahnsinnig.


Kannst du denn widerlegen, was Frau Reiche sagt? Ist nicht genügend Angebot da?

Ja klar. Schau dich mal auf der Welt um was der Irankrieg ausgelöst, in ganz Asien und weiten Teilen Afrikas herrscht Öl Notstand, Schulen werden geschlossen, Home Offices eingerichtet, Fahrverbote erteilt, Produktionsstops, verkürzte Öffnungszeiten, Verbot von Nachtlicht etc. überall anders sind Preise ins Extreme gesteigen und der einzige Grund, warum wir (noch) keinen akuten Notstand haben, ist, dass wir die hohen Preise bezahlen und deswegen beliefert werden. Das ist in anderen Ländern längst anders. Zudem ist Öl nun mal endlich und somit endet das Angebot auch ohne Irakkrieg sowieso relativ zeitnah– im Gegensatz übrigens zu Erneurbaren.

Davon ab braucht man es gar nicht zu widerlegen, weil es die richtige Antwort auf die falsche Frage ist. Öl nicht zu verbrennen keine Frage des Ölpreises, sondern des Überlebenswillens.

Denn nur dann haben wir überhaupt ein legitimes Ziel.

Nein, absolut nicht. Ein legitimies Ziel ist es bspw. auch, unseren Beitrag zu leisten, eine Lebensgrundlage für die Menschheit zu erhalten. Und da wir an diesem ganzen Mist ein - im Vergleich zu fast allen anderen Länder - extrem hohen Beitrag haben, müssen wir auch einen Beitrag leisten, es wieder zu stoppen. Dem willst du doch wohl nicht die Legitimität absprechen, gehts noch? Was für eine absurde Behauptung dass nur unter deinen Bedingungen ein legitimes Ziel existiert.

Das ist schön, ist aber ein klassischer Bias und gilt für die meisten nicht. Benzin hat eine sehr geringe Preiselastizität, was auch logisch ist, da es für viele keine praktische Alternative gibt, gerade in einem Land, in dem man den öffentlichen Nahverkehr in einen Zustand versetzt hat wie in Deutschland.


Kurzfristig stimmt das oft – Menschen müssen zur Arbeit etc. Langfristig reagieren Menschen sehr wohl: kleinere Autos, weniger Fahrten, Umzug, andere Verkehrsmittel.

Ja cool, warten wir mal drauf, dass die Leute sich in 15 Jahre neue Autos kaufen, Spizenidee. Klappt ja auch bei den Heizungen dank Öllobby, Springer und Union hervorragend.

Langfristig haben wir gar nicht mehr, wir sind eher so 40 Jahre in Rückstand was Massnahmen gegen CO2 betrifft. Du solltest dir dringend mal die aktuellen Umweltdaten anschauen oder erklären lassen. Deswegen (und aus vielen anderen Gründen) sind auch neue Atomkraftwerke komplett Banane. Bis die in 20 Jahren mal ans Netz gehen, ist es viel zu spät.

Zudem stimmt deine Aussage auch langfristig nicht. Die Preiselastizät von Benzin liegt eben zwischen 0.08 und 0.4. Völlig unabhängig von deiner oder meiner Meinung.

Und deine ursprüngliche Aussage war übrigens, dass ja schon alle schon langsamer fahren, weil es ja teuer wird und deswegen ein Tempolimit keinen Sinn macht…

Wenn Verhalten so wenig beeinflussbar wäre, wären CO2-Abgaben völlig wirkungslos.

CO2 Abgaben fallen auch auf andere Produkte an als nur Benzin. Deswegen heisst es auch CO2 Preis. Und nicht Benzinpreis. Andere Produkte haben eine andere Preiselasitzität.

Und nein, auch im Fall von Benzin nicht völlig wirkunglos. Dann hättest Du eine Preiselastizität von 0.0. Bei geringer Preiselastizität sind Massnahmen nicht «völlig wiurkungslos», sondern wirken eben zu dem angegeben Grad (hier also zwischen 0.08 und 0.4. Es gibt nicht nur die Extreme.

Und auch sie kommen 30 Jahre zu spät und sind viel zu niedrig.

Das Geld, welches im Motor in Form des Öls ( Gesamtausgaben Deutschland für fossile Energien letztes Jahr: ca. 80 Mrd Euro, das sind ziemlich viele Kindergrundsicherungen) für uns verbrannt wird, wird ja gar nicht verbrannt, sondern fliesst in die Länder, die uns damit beliefern. Wenn sie nun durch ein Tempolimit nicht im Motor "verbrennen", bleibt das Geld in ihrer Tasche, sie sparen es anschliessen entweder oder fügen es dem hiesigen Wirtschaftskreislauf hinzu, wäre also gut für unsere Wirtschaft.


Die These „weniger Ölverbrauch = Geld bleibt im Inland“ greift zu kurz.

Unbedingt, grundsätzlich hast du recht. Und ist natürlich in diesem Fall trotzdem korrekt, da wir halt kein Öl fördern sondern nur kaufen, also zu 100% das Geld ins Ausland geht. Entsprechend kann der Grad der Ersatzausgaben, die ins Ausland fliesst, nicht höher sein und für das Produkt Erdöl stimmt meine Aussage eben doch. Ganz mathematisch.

Weniger Konsum bedeutet auch geringere Steuereinnahmen (Mineralölsteuer, CO2 Steuer, Mehrwertsteuer).

Weniger Steuereinnahmen? Du willst also erzwungene Steuerzahlungen der Bürger aufgrund gerigner Preiselastitzität und nicht vorhandenen Alternativen als positiven Effekt verkaufen?

Ich sehe darin keinen positiven Effekt, obwohl es für meine persönliche Steuerbilanz sehr positiv ist, da ich diese Steuern als nicht Autofahrer ja nicht bezahle. Aber es würde mich sehr für meine Mitmenschen freuen, wenn sie ihr hart erarbeites Geld nicht mehr in Mineralölsteuer stecken müssten, sondern sich davon etwas leisten könnten, was ihr Leben verbessert. Wäre auch wie beschrieben besser für die lokale / nationale Wirtschaft.

Steuereinnahmen sind Kosten für private Haushalte und Unternehmen.

Geld wird nicht automatisch „besser“ ausgegeben – das ist eine Annahme, kein Fakt.

Ok, nochmal: Im Fall von Erdöl ist es eben ein Fakt, da man mathematich nicht mehr als 100% ins Ausland überweisen kann, ist das für dich verständlich? Das Geld der Verbraucher wird entsprechend auf andere Produkte verteilt und das die Wertschöpfung ALLER anderen Produkte die mit dem Geld gekauft werden mit 99,999999% Sicherheit nicht komplett im Ausland liegen wird (zum Beispiel bei deinem Brötchen oder dem Einkauf im Supermarkt).

Wenn ich einen in Asien hergestellten Fernseher kaufe, bleibt z.B. nur die Mehrwertsteuer im Land.

Das stimmt natürlich nicht, aber egal, nehmen wir mal an, es würde stimmen. Damit deine Aussage stimmt, müssten alle Autofahrer all ihr eingesetztes Geld ausschliesslich in im Ausland nicht nur gefertigte, sondern auch entwickelte etc. Fernseher stecken.


Meinst Du, alle Autofahrer kaufen ausser Benzin ausschliesslich Fernseher? Denn nur dann würde deine Theorie aufgehen. Oder wie oben geschrieben vielleicht auch mal ein Brötchen oder etwas im Supermarkt oder beim lokalen Handwerker? Hinweis: Falls die Antwort B ist, stimmt meine Aussage oben und deine ist falsch.

Zudem ist eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung seit Jahren für ein Tempolimit, trotz aller publizisticher Anstrengung dagegen. Man würde also dem Volkeswille entsprechen.


Mehrheit ≠ automatisch richtig.

Hat auch niemand behauptet. Aber das der Volkswille erfüllt wird, würde allgemeinhin als positiver Effekt bezeichnet, meinst Du nicht?

Mehrheiten ersetzen keine Abwägung von Kosten, Nutzen und Nebenwirkungen.

Hat ebenfalls niemand behauptet, Witzigerweise ist das Ergebnis in genau diesem Fall aber das Gleiche.

Wer hingegen gegen ein Tempolimit ist, beachtet offenischtlich "Kosten, Nutzen und Nemebwirkungen" nicht. Oder versteht sie nicht und vor allem nicht, für wen die Kosten anfallen. Und die Gewinne.


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