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Folgen Mannheim (Bundesanwalt, Abschiebungen Straftäter nach Afghanistan, Syrien) (Sonstiges)

Pfostentreffer, Dienstag, 04.06.2024, 15:56 (vor 596 Tagen) @ Scherben

> > > Das Sicherheitsinteresse Deutschlands wiege schwerer als das Schutzinteresse des Täters (Andy Grote, Innensenator Hamburg, SPD)
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Siehst du das aus juristischer Sicht anders? Du bist da ja vom Fach.[/quote][/quote][/quote]
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Ja. Es ist mit der Menschenwürde schlicht unvereinbar, Menschen in ein Land abzuschieben, in dem ihm Folter oder Tod drohen.

Damit würde man den Menschen zum bloßen Objekt staatlichen Handelns machen.[/quote][/quote]
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Vielleicht ist es ja auch gerade der zivile Umgang mit Tätern, der dazu führt, dass solche Taten wie letzte Woche nur sehr selten in diesem Land auftreten.
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Das wäre auch meine Vermutung, vielleicht nicht in dieser extremen Pauschalität, sondern ein wenig auch abhängig von der Straftat selber, dem Zustand des Täters, aber auch der Strafform (bspw.- Geld vs. Haftstrafe). Häufig zerstört die Haft ja das "bürgerliche Leben" bzw. stellt den Täter dann im normalen Leben vor nur deutlich schwierigere Aufgaben (bspw- Job oder Wohnungssuche). Gerade Haftstrafen für Kleindelikte wie Schwarzfahren, einen Joint rauchen oder zu demonstrieren können dramatisch negative Auswirkungen sowohl für den Täter als auch daraus folgend für andere Gesellschaftsmitglieder haben. Auch der schöne Satz "Er ging als Lehrling in den Knast und kam als Meister des Verbrechens wieder heraus" (frei übersetzt) scheint ja seine Berechtigung zu haben, wenn man sieht, wie viel % der Verbrechen von einer sehr kleinen Menge an Menschen begangen werden.

Weiteres Indiz ist, dass viele der sichersten Länder die geringsten Strafen haben, während bspw. die Todesstrafe nahezu überhaupt keine positiven Wirkungen auf die Kriminalität hat. Zudem sind die Folgen von falschen Verurteilungen geringer. Objektiv gesehen spricht also ziemlich viel für den Grundsatz der Resozialisierung und viel gegen den Grundsatz der "gefühlten" Strafe oder der "Revanche / möglichst hart bestrafen". Und wir folgen dem ja auch. Vor 100 Jahren waren noch 90 % der ausgesprochenen Strafen Haftstrafen, heute hat sich das Verhältnis umgedreht, der Grossteil sind Geldstrafen (also in Deutschland).


(Ich ahne, dass sich auch wieder jemand finden wird, der mir diese Worte im Mund umdrehen wird, deshalb kurz ergänzt: Am Ende muss man doch zielorientiert vorgehen, und mein Ziel wäre, dass so wenige Menschen wie möglich in diesem Land tätlich angegriffen oder gar umgebracht werden. Wie erreiche ich das? Wie tariere ich Härte und Respekt richtig aus, damit einerseits klar ist, dass Taten wie diese nicht toleriert werden, und andererseits klar ist, dass das Rechtssystem eines ist, das sich zu schützen lohnt?)


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