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Maria Machado wird keine Präsidentin lt. Trump (Politik)

uwelito, Wambel forever, Samstag, 03.01.2026, 22:34 (vor 5 Tagen) @ Schoeneschooh

Und der Art von Öl, den Förderkosten, der weltweiten Nachfrage (e.g. China) und der Konkurrenz. Überall schreien die Leute, dass die USA nur an das Öl in Venezuela wollen. Aber ist es überhaupt realistisch, dass in Venezuela mit Blick in die Zukunft jemals wieder große Mengen Öl gefördert werden? Aktuell kommen weniger als 1% des Öls aus Venezuela!

OK, alles klar. Ich habe vor ein paar Wochen ausführlich dazu etwas geschrieben. Ich kopiere das unten zur Information einfach noch mal ein. Zusätzlich dazu vielleicht noch der Hinweis, das aktuell so wenig gefördert wird, weil tatsächlich über viele Jahre die ganzen Wartungsarbeiten vernachlässigt worden sind, was zu einem Großteil darauf zurückzuführen ist, dass Ersatzteile teilweise schwierig zu beschaffen sind, beziehungsweise die Gelder dafür aufgrund der unfassbaren Korruption immer wieder in dunklen Kanälen verschwunden sind. Aber auch wenn der Aufwand, um das alles wieder instandzusetzen, Milliardenbeträge erfordern wird, sind gerade die amerikanischen Unternehmen dazu in der Lage.

Hier der Text aus dem Oktober:

Es ist korrekt, dass das venezolanische Schwer- Öl schwieriger zu raffinieren (sehr schwefelhaltig) und zu fördern ist (größtenteils verortet im bzw. unter dem Orinoco-Becken). Es ist allerdings nicht so schlecht, dass man damit nichts anfangen kann. Auch das bis in die Nuller -Jahre meist von US- Firmen geförderte Öl war schon im Vergleich zu texanischen oder arabischen Standardsorten minderwertiger und es war teilweise aufwendig es zu fördern und zu verarbeiten. Aber genau auf diese Herausforderungen war und ist die US-Ölindustrie bestens eingestellt. Um profitabler zu sein, ist sie sogar speziell auf das venezolanische Öl angewiesen. Wie keine andere verfügt sie über das know how und die Technologie um venezolanisches Öl zu fördern und zu verarbeiten, sie hatte sich hochgradig auf Venezuela spezialisiert und der Wegfall der venezolanischen Felder kann im Grunde nicht wirklich kompensiert werden. Jahrzehntelang wurde venezolanisches heavy crude oil fast ausschliesslich in spezialisierten Raffenerien an der US-Golfküste verarbeitet. Die höheren Kosten wurden dadurch kompensiert, dass für ein barril 30,40 oder 50 mal weniger bezahlt wurde, als der Weltmarkt eigentlich hergab. Als ich in Venezuela war, hieß es immer (durch alle Schichten hindurch), dass die Gringos für ein barril gerade mal einen Dollar bezahlt hätten. Man kontrollierte in Zusammenarbeit mit den korrupten venezolanischen Eliten Förderung und Transport und dann in den USA exklusiv die Verarbeitung und den Verkauf. Ein unvorstellbares Geschäft. Mit anderen Worten, das venezolanische Öl ist unter der Voraussetzung, dass man es für einen Appel und ein Ei bekommt, weiterhin hoch profitabel. Aktuell landet kaum bzw. kein venezolanisches Öl mehr in den Raffinerien in Texas, was dort zu einer sehr niedrigen Auslastung führt. Ein riesiger Kostenfaktor. Raffinerien sind extrem Wartungsintensiv, man kann sie nicht einfach runter- und hochfahren. Kurzer fun fact: die größte Tankstellenkette in den USA ist Citgo, (eigentlich) eine 100%ige Tochter der staatlichen venezolanischen PDVSA. Die Bedeutung gerade der Erdölfelder Venezuelas sind also für die USA enorm. Heute werden In Venezuela nur noch knapp 500.000 barril Öl tgl. gefördert (vor 20 Jahren ca. 3.5 Mio.) und das meiste davon geht nach China. In soweit dürfte klar sein, was Trump meint, wenn er sagt, man „wolle sich sein Öl zurückholen“. Damit ist Förderung, Transport, Raffinierung und Verkauf gemeint.

Die US-Vorzeige-Firma Stillwater bietet kurz und knapp ein paar Infos: https://stillwaterassociates.com/what-more-venezuelan-crude-imports-could-mean-for-the-u-s-crude-slate/?cn-reloaded=1


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