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Spiegel-Artikel zum Thema Öl aus Venezuela (Politik)

uwelito, Wambel forever, Sonntag, 04.01.2026, 22:18 (vor 3 Tagen) @ Ulrich

Leider hinter der Paywall, fasse ein paar Inhalte kurz zusammen.

Zweifelhafte Strategie des US-Präsidenten - Trump will Venezuelas Öl. Aber können es die US-Konzerne überhaupt gebrauchen?

Zunächst einmal beginnt man mit Trump-Zitaten:

"Wir haben die großartigsten Ölkonzerne der Welt, die größten, die bedeutendsten, und wir werden uns intensiv daran beteiligen".

"Wir werden unsere großen US-Ölkonzerne (...) dort reingehen lassen, Milliarden von Dollar investieren, die marode Ölinfrastruktur reparieren und Geld machen, das dem Land zugutekommen wird."

Der Spiegel geht allerdings davon aus, dass die US-Ölindustrie kein sonderliches Interesse an Öl aus Venezuela hat.

Venezuela hat die weltweit größten Ölvorkommen. 303 Milliarden Barrel Rohöl. Das würde ausreichen, um die Welt acht Jahre zu versorgen.

Man zitiert Robert Kaufmann, Ölmarktforscher und Professor an der Boston University: "Die internationalen Rohölmärkte sind mehr als ausreichend versorgt, das OPEC-Kartell sitzt auf großen ungenutzten Kapazitäten, und die Preise sind spürbar gefallen. Die Welt braucht kein zusätzliches Öl aus Venezuela."

Würden die US-Ölkonzerne in dieser Situation weiteres Öl auf den Markt bringen, dann könnte das die Preise weltweit tiefer drücken, man würde sich selbst schaden.

Im Orinoco-Gürtel gibt es zwar große, noch unerschlossene Ölvorräte. Da das Schweröl dort sehr zähflüssig und schwefelhaltig ist, ist ein hoher Aufwand für die Förderung und den Transport notwendig.

Zwar haben die USA Raffinerien, die dieses Öl verarbeiten können und wären auch in der Lage, die Vorkommen zu erschließen. Aber die US-Raffinerien beziehen ihr Schweröl mittlerweile vielfach aus Südafrika.

Venezuelas Ölinfrastruktur ist marode, sie zu erneuern und die neuen Vorkommen zu erschließen, würde pro Jahr mindestens zehn Milliarden Dollar kosten. Wieso sollten US-Unternehmen viel Geld investieren und sich damit ins eigene Fleisch schneiden, weil sie die Ölpreise weiter nach unten drücken? Matthew Bernstein, "Branchenexperte des Analysehauses Rystad Energy": "Ihre Entscheidungen, wie viel sie investieren und produzieren, orientieren sich seit jeher an den Marktdaten und Renditen für ihre Anteilseigner – und nicht so sehr an politischen Wünschen". Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass die Förderkosten in den USA wegen Fracking vielfach besonders hoch sind, höher als in vielen anderen Regionen der Welt. Im schlimmsten Fall könnte ein Preisverfall auf dem Ölmarkt US-Unternehmen in die Pleite treiben, wie es vor zehn Jahren bereits einmal der Fall war. Bereits jetzt fahren US-Ölunternehmen wegen gesunkener Ölpreise Sparprogramme und bauen u.a. Stellen ab. Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, binnen 12 Monaten die Energiepreise in den USA zu halbieren. In der Erdölbranche würde das erneut viele Unternehmen in die Pleite treiben. Trump allerdings käme ein Crash auf dem Ölmarkt gelegen. Dann könnte er sein Versprechen erfüllen.

Die Investitions- und Modernisierungskosten würde man sich natürlich bei den Venezolanern zurückholen, ähnlich wie bei den Ukrainern die Kohle für Rüstungsgüter. Das hat Trump gestern ja bereits in seiner PK genau so gesagt. Exxon Mobil, Chevron oder ConocoPhillips dürften zudem nicht zu den Unternehmen gehören, die sich über mögliche Pleiten Gedanken machen müssen - oder über eventuelle Probleme kleinerer Unternehmen, die nichts vom venezolanischen Kuchen abbekommen werden. Zudem ist die Mähr vom unförderbaren und unraffinierbaren Öl der Orinoco-Vorkommen jahrzehntealt und seit 20 Jahren überholt. Immer wieder wurde den Venezolanern von ihren eigenen Öl-Eliten und den involvierten US-Amerikanern aufgetischt, ihr Öl sei kaum etwas wert und gerade mal zu Herstellung von Teer und Asphalt tauglich. Mit diesen Täuschungen war es spätestens in den frühen Nuller-Jahren vorbei, als die Regierung Chavez die Felder re-nationalisierte und z.B. europäische Experten von Repsol, Ina oder BP ins Land holte, die bei ihren Untersuchungen zu vollkommen anderen Einschätzungen gekommen sind. Dass dieser Quatsch heute immer noch weiter verbreitet wird, beruht entweder auf Unkenntnis oder auf strategischem Interesse. Das so was immer noch rumgeistert wusste ich gar nicht, ist aber letztendlich leicht erklärbar.


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