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Abwarten, Tee trinken (Politik)

Davja89, Sonntag, 04.01.2026, 10:07 (vor 3 Tagen) @ Sebi
bearbeitet von Davja89, Sonntag, 04.01.2026, 10:12

So ähnlich würde ich es bis hierhin auch analysieren.

Auf privater/menschlicher Ebene ist er wohl unbestreitbar ein ziemliches Schwein.

Innenpolitisch bin ich nicht tief genug drinnen um das im Details immer alles interpretieren zu könnnen.
Dafür gibt es ja die Trump/US Experten hier im Forum.
US Gerichte lassen ihm aktuell viel durchgehen.
Daher scheint er sich vielfach rechtlich zumindest noch in der Grauzone zubewegen.
Ansonsten scheint er die Politik umzusetzen die ein großer Teil der US Wähler gerne wollte/will (Zölle, America First, Grenze dicht, Abschiebungen/ICE Aktionen).
Das kann man alles im Einzelfall kritisieren und vieles davon stinkt für mich ebenfalls zumindest grenzwertig, sind aber am Ende Themen die die US Amerikaner dann schon unter sich klären müssen. Geliefert wie gewählt.

Außenpolitisch sehe ich die Bilanz gar nicht so desasatrös.
Gaza/Israel würde ich durchaus positiv sehen. Selbstverständlich gibt es da noch keine Langzeit-Perspektive. Die gibt es aber leider seit 60 Jahren nicht wirklich. Daran sind schon dutzende Mächte und Politiker gescheitert.
In der Ukraine ist die Bilanz weniger Positiv.
Am Ende will er den Krieg beenden, um fast jeden Preis. Daher ist er bereit mit Putin etwas zu dealen. Das muss fast zwangsläufig auf Kosten der Ukraine gehen. Die ganze Art und Weise ist natürlich menschlich komplett schäbig. Zur Wahrheit gehört aber auch das wir uns hier (Europa) aber eben auch was vorgemacht haben und die Kosequenzen für die Ukraine vermutlich auch unter Obama oder Biden am Ende ähnlich wären (keine Nato, Gebietsverluste).
Entgültig abrechnen würde ich positiv wie negativ aber erst wenn es wirklich zu einem Waffenstillstand kommt und man weiß zu welchen Bedingungen.

Für die große Venezuela Abrechnung ist es einfach viel zu früh. Maduro wird wohl niemand hier großartig nachweinen. Oft kommt auch das Argument "Weltordnung". Das halte ich dann doch schon für reichlich Naiv. Für Staaten der Größordnung USA/China/Russland galten diese Regeln eigentlich nie. Die Beispiel sind ja auch hier schon reihenweise genannt: Irakrieg der USA oder Tschetschien Kriege der Russen. Über die Zeiten davor wollen wir lieber gar nicht anfangen. Auch ein Obama hat munter in der Weltgeschichte rumgebombt (Drohnenkrieg).

Den großen Unterschied sehe eigentlich vorallem da drinnen das man jetzt auch relativ offen auf diese Internationalen Regeln scheißt. Also man das gar nicht mehr versucht es zu verstecken. Das darf man auch gerne kritisieren. Das ist an Dreistigkeit vermutlich wirklich unübertroffen.
Der andere große Unterschied ist das wir Deutschen plötzlich nicht mehr uneingeschränkt mit am Tisch der Sieger sitzen. Früher konnten wie im Windschatten der USA unaufällig mitfliegen und ohne großen eigenen Einsatz uns als "der Westen" auf der Seite der Guten wähnen.
Inwzischen wird uns halt relativ eindeutig gesagt das wir nicht mehr "Brüder" sind sondern eher Zweckbündniss.
Dazu zeigt man uns relativ schmerzhaft unsere globale Bedeutungslosigkeit auf. Beides natürlich nicht schön, und meiner Meinung nach der eigentlich Hauptgrund für die Trump-Manie in großen Teilen der deutschen Öffentlichkeit.
Realpolitisch sehe ich vieles viel entspannter als die Allgemeinheit.
Selbstverständlich müssen wir uns zeitnah eine eigene Abschreckung aufbauen. Blind auf die Amis würde ich mich da nicht mehr verlassen.
Langfristig und perspektivisch wird sich Europa als eigener Machtblock etablieren müssen. Auch das wird gelingen.


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