schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Venezuela meldet US-Angriffe (Politik)

FourrierTrans, Freistaat Sauerland, Sonntag, 04.01.2026, 11:16 (vor 3 Tagen) @ Sebi

Vorsicht, andere Meinungen werden hier als Trollerei oder "Dummheit" gewertschätzt. Es bleibt dabei, DT hat so denke ich keine guten Motive, er erreicht aber in Monaten mehr als die Politiker der Volksparteien in vielen Jahrzehnten. Die Debatte warum das so ist möchte keiner führen da das unangenehm werden könnte.... Wir sind ein Land geworden in dem geredet und alles besser gewusst wird... Nur dooferweise handelt keiner mehr.


Was lässt sich denn wirklich bewerten?
Was wissen über Iran? Wenig. „Gehandelt“ hat er. Was hat es bewirkt? Vermutlich eher wenig.

Nahost? Der aktuelle Gaza-Krieg ist weitestgehend beendet. Die lebenden Geiseln sind frei. Das ist gut. Gibt es langfristig eine Verbesserung der Situation für die Menschen in Israel und vor allem auch in Gaza? Schwer abzuschätzen. Zweifel sind angebracht.

Venezuela. Ein zunächst sehr erfolgreicher Schlag. Wozu führt es mittel- und langfristig? Niemand weiß es. Warten wir es ab, um eine Bewegung vorzunehmen.

Handeln heißt nicht automatisch, dass etwas Gutes dabei herauskommt. Warten wir es ab. Zumindest in Nahost und Venezuela KÖNNTE eine Verbesserung im Vergleich zum Status Quo möglich sein.

Grundsätzlich stimme ich dir zu.

Dennoch:

a) Nahost. Für viele Israelis und Menschen in der Region hört sich das fast ein wenig nach Hohn an. Dass der Krieg und das ganz große Schlachten beendet wurden und dass die Geiseln frei sind, ist für viele dort wie ein Wunder. Die vorherige US-Administration war davon meilenweit entfernt, allem Anschein nach. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob es mit der vorherigen Administration zu so einem Ergebnis gekommen wäre. Viele Player in der Region werden sich auch nun nach einem Jahr Trump sehr genau überlegen, was sie wo wie machen.

b) Venezuela. Ist ja im Grunde das amerikanische Pendant zum russischen "ich will hier meinen Einfluss in meinem Vorhof geltend machen"-Move in der Ukraine. Nur eben jetzt schon das komplette Gegenteil vom Fiasko Putins

1) Venezuela ist eines der Länder, dass aus US-amerikanischer Sicht für Ärger im eigenen Vorhof sorgt, das hat auch Biden schon so gesehen. Gleiches gilt aus russischer Sicht quasi äquivalent für die Ukraine
Putin orgelt 200k. Mann zusammen, greift die Ukraine in einer großen Zangenbewegung von Norden, Osten und Süden aus an. Sozusagen die russische Neuauflage vom Unternehmen Zitadelle, was genauso verheerend für den Angreifer endet. Was war passiert? Die russischen Kampfverbände im Norden, die angebliche Elitetruppe der Fallschirmjäger, ist nicht einmal in der Lage, den regionalen Großflughafen zu nehmen und sichern. Konvois Richtung Hauptstadt bleiben stecken und behindern sich selbst. Nach ein paar Wochen wird der Rückzug über Belarus angeordnet. Das alles in einer Phase, in der die Ukrainer noch größtenteils mit von Oma Irina gebauten Molotow-Cocktails und einer kämpfenden ukrainischen Truppe operiert, die mit knallgelben Fahrradhelmen an die Front gefahren kommt. Jetzt eiert er seit 2 Jahren im Süden rum, mit sehr überschaubaren Erfolgen.
Trumps Administration geht rein, holt das Präsidenten-Paar raus, zerstört nebenbei noch russische Flugabwehrsysteme. Soweit mir bekannt, wird dabei kein Amerikaner auch nur verwundet.

2) Die Außenwirkung für die Welt. Nach dem chirurgisch präzisen Militärschlag stellt sich Trump 10h später ans Mikro und sagt "Ab jetzt regieren wir das Land, bis es zu einem geregelten Regierungswechsel (den wir dann für gut befinden müssen) kommt übernehmen wir die Regierungsgeschäfte des Landes und erwarten, dass der Rest der Führung jetzt nach unserem Takt tanzt. Ansonsten kommen wir noch einmal vorbei, mit größerer Mannschaft. Übrigens wollen wir auch, dass das Volk mitverdient, wenn das Land wieder aufgebaut wurde". Ob das am Ende stimmt, sei mal dahingestellt, jedenfalls scheint mir das venezolanische Volk den Amis für den Moment wohler gesonnen, als die Ukrainer von der ersten Minute dem Russen bzw. Putin. Selbst wenn Putin es irgendwann schaffen sollte, Teile der Ukrainer dauerhaft seins nennen zu dürfen, werden die Ukrainer immer mit der Faust in der Tasche an Russland denken. Die Erde ist für Generationen verbrannt. Selbst in Peking wird man im inneren Führungskreis sitzen und sagen "mein Lieber Herr Gesangsverein, habt ihr das gesehen?".

3) Die Innenwirkung. Große Teile der Amerikaner stehen auf sowas. Muskeln zeigen, Patriotismus gepaart mit der Botschaft "wir helfen euch!". Ähnlich wie damals die Attacke auf Trumps Ohrläppchen und dem darauffolgenden Aufbäumen am Pult, wird diese Nummer ihm unheimlich helfen, weitere Teile der Bevölkerung hinter sich zu bringen.

Man kann das drehen und wenden wie man will und auch wenn wir Trump aus Gründen energisch ablehnen, man kann seiner Administration diese Dinge nicht absprechen. Und sie werden einen Impact haben, wo vorher primär keine Ergebnisse erzielt wurden.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1520150 Einträge in 16337 Threads, 14354 registrierte Benutzer Forumszeit: 07.01.2026, 16:42
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln