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Der AS Monaco - BVB - Analysethread (BVB)

Jurist81, Langenberg, Donnerstag, 20. April 2017, 09:05 (vor 211 Tagen) @ Felix

Losgelöst vom Busanschlag und all dem, was passierte:

Allein mit der Eineleitung offenbarst du, dass du es dir zu leicht machst mit der Analyse. Man kann die Spiele gegen Monaco nunmal nicht losgelöst von den Geschehnissen sehen. Hiermit stellst du Anforderungen an die Mannschaft, denen ein Mensch nicht gerecht werden kann. Allein deswegen ist es nahezu müßig auf den Rest deines Pamphlets einzugehen. Da ich so einen Quatsch hier aber nicht unkommentiert stehen lassen will, wende ich ein paar Zeilen auf in der Hoffnung, die Sache rationaler zu beurteilen.

Punkt 1: mehr ist einfach nicht drin. Wie bereits mehrere angesprochen haben, kommt irgendwann im Wettbewerb der Zeitpunkt, wo sich eine mangelhafte Transferpolitik rächt. Dembele, Bartra, Guerreiro ganz nett, der Rest unserer Transfers ist 80% der Zeit verletzt oder einfach nicht fit, zu 20% kommt nur Grütze raus. Für die Jungspunde ist ein Viertelfinale der CL ein großer Erfolg. Zorc, Watzke und Tuchel sind dieses Risiko ganz bewusst eingegangen, denn sie wussten, dass Schürrle, Rode und Götze Welten entfernt sind von stabiler Gesundheit. Bei Schürrle bspw. gab es in WOB unzählige Diskussionen ob seiner körperlichen Verfassung, bei Götze (FCB) sowieso.


Ob mehr drin ist, sei dahin gestellt, "mehr" wurde nicht erreicht. Man ist "nur" unter den besten 8 Mannschaften Europas. Man hat "nur" das Viertelfinale der CL erreicht, was außer Dortmund und Bayern bislang nur Leverkusen 2002 und die Blauen als größten Erfolg ihrer CL-Geschichte erreichten. Und daher ist das Erreichen des CL-Viertelfinals nicht nur für die "Jungspunde" ein Erfolg, sondern für den gesamten Verein.

Spieler wie Dembele, Bartra und Guerreiro mögen nett sein, zumidest erwecken sie den Eindruck, persönlich kenne ich sie. Was du aber hier ausdrücken willst, ist jedoch eher, dass die Verpflichtungen dieser Spieler ganz passabel sind, mehr aber wohl nicht. Ich kann verstehen, dass dir derlei nach dem Frust einer Niederlage durch den Kopf geht. Tatsächlich dürfte sich das Bild bei dir mit etwas Abstand relativieren. Gerade bei Dembele hat man hier wohl potentiell die größte relative Wertsteigerung eines BVB-Spielers seit Shinji Kagawa und die größte absolute Wertsteigerung eines BVB-Spielers überhaupt.


Angesichts unseres wirtschaftlichen Rückstandes auf Bayern, Real, Barca, PSG, ManCity, ManUtd und Co. können wir nur durch Risiko in die Sphären vordringen, in denen wir uns nun befinden. Das ist bei Rode wohl nicht aufgegangen. Bei Götze und Schürrle würde ich die Bewertung aber noch nicht vornehmen wollen. Beide haben bereits eindrucksvoll gezeigt, was sie zu leisten in der Lage sind. Beide haben - auch diese Saison - schon richtig gute Spiele für den BVB gezeigt. Und beide sind derzeit nicht in der Lage die Mannschaft nach vorne zu bringen wegen Verletzungen. Ob diese erwartbar waren? Mag sein. Jedenfalls hat sich der BVB bei deren Verpflichtung nicht auf Wolfsburger Forentrolle und Couch-Helden verlassen, sondern die Einschätzungen von professionellen Medizinern vornehmen lassen.

Punkt 2: Tuchel hat sich leider wieder verzockt. Er trägt nunmal die Verantwortung dafür, dass die Taktik die falsche war. Er musste nach 25 Minuten korrigieren, das ist die Höchststrafe für Trainer und Spieler. Klar, Tuchel hat das Recht, diese Taktik zu versuchen, aber er muss dafür dann auch gerade stehen.

Ja, Tuchel hat sich in den ersten Minuten des Spiels verzockt, hat das erkannt und umgestellt. Genau das, was man von einem guten Trainer erwarten kann. Was hätte er tun sollen? Auf seinem Fehler beharren? Dass man nach einer Heimniederlage im Auswärtspiel beim zuhause-ungeschlagenen Ersten der französischen Liga taktisch versucht diesen zu überraschen, zeigt den Mut, den man braucht, um Großes zu erreichen. Dass das nicht immer klappt, liegt auf der Hand. Aber insgesamt hat Tuchel allen Widrigkeiten zum Trotz in den letzten 20 Monaten die Mannschaft einen richtig schönen und erfolgreichen Ball spielen lassen. Im die Qualität absprechen zu wollen, zeugt mE nicht von allzu hoher Expertise.

Es bleibt dabei, dass eine Trennung von Tuchel nach der Saison nicht nur Sinn macht, sondern notwendig ist.

Ob eine Trennung Sinn macht, sei dahin gestellt. Das hängt maßgeblich davon ab, ob das Triumvirat zusammen findet und man sich auf eine langfristige Zusammenarbeit einigen kann. Dass eine Trennung notwendig wäre, sehe ich nicht. Die Mannschaft folgt dem Trainer. Der Trainer setzt ein funktionierendes System ein. Alternativen gibt es kaum oder gar nicht. Warum sollte man also einen Umbruch herbeiführen, wenn dieser keinen größeren Erfolg verspricht? Gerade der personelle Umbruch des Sommers und die Ungeduld der Internetmotzkis - allen Beteuerungen zum Trotz- zeigt doch deutlich auf, dass man in Dortmund in dieser Hinsicht lieber konventionell den kurz- bis mittelfristigen Erfolg sichern sollte, als die Hoffnung langfristig besser dazustehen als auf dem aktuell hohen Niveau. Was glaubst du denn, was hier und im Stadion los wäre,wenn hier nächstes Jahr ein Favre, Sousa, Wagner oder Nagelsmann um Platz 6 oder ncoh schlechter mitspielt? Hat unser Umfeld die Geduld und die Weitsicht, ruhig zu bleiben in der Hoffnung auf Verbesserung? Gerade dein Beitrag und diese Saison zeigen doch, dass diese Geduld nicht da ist.

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