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Rente (Sonstiges)

Grigori, Ort, Montag, 21.06.2021, 20:41 (vor 1668 Tagen) @ markus

Eine Gesellschaft muss immer einen Teil ihres jährlichen Sozialprodukts für diejenigen Menschen aufwenden, die nicht arbeiten, wie z.b. Kinder, Rentner, Arbeitslose und Kapitalisten. Dabei ist es erstmal völlig unerheblich, auf welche Art und Weise diese Transfers geschehen, also im Falle der Rente über ein Umlageverfahren oder durch Kapitalmärkte. Die Belastung steigt in jedem System, wenn Rentner länger leben. Allerdings ist das Umlageverfahren deutlich effizienter und sicherer als die Kapitalmärkte. Es müsste nur auf eine breitere Basis gestellt werden, wie der Kollege mit Hinweis auf Österreich bereits angemerkt hat.


Ist es wirklich so viel sicherer? Auch das Umlageverfahren ist von einer gut laufenden Wirtschaft abhängig. Ohne Einzahler kann nichts ausgezahlt. Es gibt nicht einmal großartige Rücklagen. Das System kann theoretisch innerhalb kurzer Zeit hochgehen. Und selbst wenn man davon ausgeht, dass die Renten sicher sind: Das ändert nichts daran, dass das Rentenniveau zu gering ist und weiter abnimmt. Man benötigt daher eh eine zusätzliche Vorsorge. Da ist es eine sinnvolle Risikostreuung, zumindest teilweise vom lukrativen Kapitalmarkt zu profitieren bzw. die Renditen nicht mehr nur den Reichen, sondern allen zugute kommen zu lassen.

Einfach nur den Personenkreis im Umlageverfahren zu erhöhen löst im übrigen das Problem nicht. Das Problem ist das Verhältnis der Arbeitnehmer zu den Rentnern und die steigende Lebenserwartung. Das führt zwangsläufig dazu, dass an den Parametern Rentenniveau, Renteneintritt und Sozialabgaben gedreht werden muss. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem: Der Renteneintritt wird sich nach hinten verschieben, das Rentenniveau weiter sinken und die Beiträge steigen.

Jegliche Versorgung der Bevölkerung ist von einer gut laufenden Wirtschaft abhängig. Wenn niemand arbeitet, kann auch niemand essen. Da kann auch der vielgepriesene Aktienmarkt nichts dran ändern. Das Rentenniveau ist deswegen so niedrig, weil das politisch so gewollt ist. Die privaten Versicherungsdienstleister hat es gefreut. Eine Notwendigkeit gibt es da nicht. Es ist - wie gesagt - eine verteilungspolitische Frage.

Wenn man Renditen nicht mehr nur den Reichen, sondern allen zugute kommen lassen will, könnte man doch viel einfacher die Abgeltungssteuer erhöhen.


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