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CDU und CSU haben Vermieterbeteiligung bei CO2-Kosten verhindert (Sonstiges)

Eibaueristmeinfreund, Mittwoch, 23.06.2021, 19:46 (vor 1666 Tagen) @ Jurist81

Nein, weil hier und bei der SPD mal wieder zu kurz gesprungen wird.

1. wieso ist die CO2-Abgabe etwas anderes als die Umsatzsteuer, die Mineralölsteuer oder der Kaufpreis für die Brennmittel? Alles vorgenannte tragen die Verbraucher der Heizenergie, sprich die Mieter.

2. Sollte die jeweils gemietete Wohnung einen schlechteren Energiewert aufweisen, zahlen die Mieter für diese Wohnung eine geringere Miete, der Vermieter nimmt also weniger Geld ein, als wenn er eine besser isolierte Wohnung vermietet, er beteiligt sich damit also an den Kosten durch geringere Einnahmen.

3. Neben der Energieeffizienz, die bereits bei der Miete (vgl. zu 2) und die jeweiligen Mietspiegel) hat einzig das Heizverhalten der Mieter Einfluss auf die Höhe der Kosten. Warum sollte ein Vermieter dann mehr beteiligt werden, wenn seine Mieter im Winter die Heizung voll aufdrehen und das Fenster auflassen, als ein Vermieter, dessen Mieter ein optimiertes Heizverhalten an den Tag legen? Soll bei Wohnungsbesichtigungen künftig ein Test mit den Mietbewerbern gemacht werden, ob sie wissen, wie man richtig heizt?

Das Ganze ist mE ein ganz billiger Versuch, die soziale Schieflage, die man als Gesetzgeber geschaffen hat, auf eine dritte Partei abzuwälzen.


Gerade die Punkte 2 und 3 sind für mich zu abstrakte Annahmen.
Es macht einen Unterschied ob die Immobilie vom Eigentümer auch bewohnt wird oder nicht.
Gerade in den Gebäuden, die ausschließlich von Mietern bewohnt werden, sind die Heizungsanlagen nicht selten in bedauernswertem Zustand.
Ich weiß wovon ich Rede, weil es mein Job ist, Heizungsanlagen zu betreuen.
Da wird ein Heizkessel schon mal über Monate in Dauerlast betrieben, weil die Regelung defekt ist und die Reparatur gerade nicht ins Budget passt.
Schlechte oder nicht vorhandene Wärmedämmung an Rohrleitungen, Reparaturen nur notdürftig……etc.

Ich könnte dutzende Beispiele nennen, die Herde der schwarzen Schafe ist dabei nicht mal klein.
Als Mieter kann man sich dann nur mit Auszug wehren.
Bei angespanntem Wohnungsmarkt eine nicht so gute Option.
Ich persönlich hätte mir einen Anteil der Vermieter am CO2-Preis gewünscht.
Die Relation muss ja nicht 50:50 sein.
Gerade die Gebäude in schlechtem Zustand werden die Bewohner den Mehrpreis deutlicher spüren.
Wie dann die Bewohner reagieren werden, kann ich mir jetzt schon ausmalen : weniger Heizen, mit Folgen
für die Gebäudephysik.

Dass insgesamt im Wohnungsbestand falsch geheizt wird, was auch für Einfamilienhäuser gilt, steht außer Frage.
Was da an CO2 eingespart werden könnte ohne physische Investitionen in die Anlagen, dürfte beträchtlich sein.


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