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Schwieriger Artikel (BVB)

davidd, München, Mittwoch, 24.06.2026, 15:00 (vor 1 Tag, 4 Stunden, 31 Min.) @ Hogger

Da hast du mich, glaube ich, grundlegend missverstanden. Mir liegt absolut nichts ferner, als jedes Verhalten gleichzubewerten oder asoziales Verhalten als "bloß andere Ansicht" durchzuwinken.

Dein zweites Beispiel zeigt genau die Grenze, um die es mir geht: Der Typ aus der Drückerkolonne hat Menschen aktiv, vorsätzlich und konkret zu ihrem Nachteil geschädigt. Ihn dafür sozial zu ächten, ist vollkommen legitim. Das ist die logische Konsequenz aus seinem konkreten Handeln.

Der Unterschied zu der Debatte hier ist aber: Jemandem die Hand zu verweigern, weil er alte Omas abzockt, ist etwas völlig anderes, als jemanden sozial auszuschließen, weil er eine bestimmte Partei wählt oder in einem fragwürdigen religiösen Umfeld unterwegs ist. Das eine ist die Sanktion für ein real schädigendes Verhalten. Das andere ist der Ausschluss aufgrund einer Gesinnung oder Überzeugung.

Und genau da habe ich Bauchschmerzen. Wenn wir im privaten Umfeld (wie deiner Tippgruppe) sagen "Ich will mit dem nichts zu tun haben", ist das völlig okay. Aber wenn wir das auf einen gesamten Verein oder die Gesellschaft hochrechnen, wird es irgendwann schwierig. Denn dann bewerten wir Menschen zunehmend nicht mehr danach, was sie anderen konkret antun, sondern danach, welche Rückschlüsse wir aus ihrer privaten Haltung, ihrem Umfeld oder ihren Überzeugungen ziehen. Und damit wird der Korridor dessen, was gesellschaftlich noch als "tragbar" gilt, immer enger.

Eine offene Gesellschaft und ein pluralistischer Verein müssen sich gegen echte, aktive Intoleranz und Schädigung wehren – absolut, klar! Aber sie müssen es eben auch aushalten, dass Menschen legale Scheiss-Parteien wählen oder Ansichten vertreten, die wir persönlich absolut mit jeder Faser unseres Körpers ablehnen. Wenn wir den Unterschied zwischen "tut jemandem konkret etwas an" und "hat die falsche Meinung" verwischen, schaffen wir genau die Offenheit ab, die wir eigentlich verteidigen wollen. Außer Schalker, die haben kein Recht zu leben, das dürfte hier ja Konsenz sein ;-)


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