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Der Fall Spahn - oder wenn das eigene Lebensmodell an der Gruppenmoral scheitert (Politik)

Klopfer ⌂, Dortmund, Samstag, 18.07.2026, 17:04 (vor 1 Tag, 14 Stunden, 44 Min.)

Ein offizieler Politik-Thread war lange nicht angebracht, da die FIFA-WM allein schon genug politische Brisanz mitbrachte. Am Ende dieses Spektakles hat uns dann doch wieder der politische Alltag eingeholt.

Nun finde ich, dass es hier ein ganz spezielles Thema gibt. Über die Parteigrenzen hinweg hat sich hier ein Problem gezeigt, dass ganz sicher in vielen Parteien, Verbänden Vereinen, Firmen und sogar Familien - meistens jedoch unterdrückt - existiert.

Auch wenn ich Jens Spahn als Politiker überhaupt nicht mag, hat mich doch seine Geschichte sehr nachdenklich gemacht, wenn nicht sogar gerührt.
Ich versuche mir seine Situation im letzten Wahlkampf vorzustellen, als er sich ganz offen (natürlich im Sinne der Partei) gegen Leihmutterschaften ausgesprochen hat.
Zu diesem Zeitpunkt muss das Thema in seinem Privatleben bereits eine sehr große Rolle gespielt haben und trotzdem musste er als Frontmann der CDU im Wahlkampf das genaue Gegenteil von dem vertreten, was er eigentlich fühlt.

Natürlich fällt hier schnell der Begriff Doppelmoral oder Scheinheiligkeit, gerade bei den politischen Gegnern, die es natürlich auch in der eigenen Partei gibt, aber ist es das wirklich ?

Ich denke, es ist in Wirklichkeit ein ziemlich grausamer Konflikt, wenn einerseits die eigene Karriere von einer Gruppenzugehörigkeit abhängt, die einen Moralcodex festschreibt, andererseits das Privatleben und private Glück, genau davon abhängt, diesen Codex abzulehnen.
Dabei war es sicher nicht seine Idee, diese Ablehnung zum Parteiprogramm zu machen, es musste es "nur" vertreten.

Sicher ist Jens Spahn nicht der Einzige, der mit diesem Konflikt leben muss. Wie ich schon schrieb, gibt es diese Konflikte überall. Für Spahn ist es allerdings besonders gravierend, da er nicht nur eine herausragende Position in der Partei inne hatte, sondern auch noch gleichzeitig sein Lebensmodell veröffentlichen musste, das von der Mehrheit in Lande grundweg abgelehnt wird.

Dabei hat er ja mit den Handlungen seinem Privatleben niemandem geschadet und gegen keine Gesetze verstoßen. Aus liberaler Sicht steht niemandem eine moralische Verurteilung seines Handelens zu.

SGG
Klopfer


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