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Der Fall Spahn - oder wenn das eigene Lebensmodell an der Gruppenmoral scheitert (Politik)

Ulrich, Samstag, 18.07.2026, 23:20 (vor 1 Tag, 17 Stunden, 28 Min.) @ Habakuk

Das stimmt. Und es stimmt auch, dass der Fall Spahn sehr extrem ist.
Aber ohne jetzt auf Namen oder Themen einzugehen, und das findet man sicherlich auch in jeder Partei, gibt es sicherlich Situationen, bei denen nicht nur der/die Durchschnittsdeutsche die Augen verdreht, sondern auch hochrangige Parteimitglieder. Sicherlich auch bei Personen oder Themen, die relativ fundamental sind, man dann aber doch die eigene Partei-Karriere vor Augen sieht und eben "mitsalutiert": :-)


Da gebe ich dir Recht. Es dürfte weitverbreitet sein, Gesetze einfach abzunicken. Dazu ist vieles auch einfach zu komplex, als dass der einzelne Abgeordnete immer alles detailliert aufarbeiten könnte. Ein bisschen mehr "Arsch in der Hose" würde dem politischen Diskurs aber sicher gut tun und bisweilen auch einen parteiübergreifenden Konsens ermöglichen. Das ist vermutlich der Albtraum aller Lobbyisten.

Du hast im Bundestag in der Regel Spezialisten sitzen, die sich in ihre Fachgebiete eingearbeitet haben. Und die sitzen in den zuständigen Ausschüssen. Dort findet die eigentliche gesetzgeberische Arbeit statt. Für jedes in Arbeit befindliche Gesetz gibt es pro Regierungsfraktion mindestens einen sogenannten Berichterstatter oder eine Berichterstatterin. Diese Person verhandelt für die jeweilige Partei federführend und berichten an ihre Fraktionen. Zudem sitzen bei den Verhandlungen hochrangige Beamte der zuständigen Ministerien mit am Tisch. Wie stark diese Beamten Gesetze prägen, hängt auch davon ab, wie stark die MdBs inhaltlich sind. Auf die Gesetzgebung Einfluss zu nehmen, versuchen auch unterschiedliche Lobbyisten. Das können Wirtschaftsvertreter sein, aber auch Gewerkschaftsvertreter, Vertreter von Umweltschutz- oder Verbrauchergruppen, etc. Und diese Personen haben keineswegs immer "finstere" Motive. Teilweise kommen von dort auch wichtige Hinweise darüber, dass z.B. geplante Details nicht praktikabel sind, etc.

Gerade bei komplexen Zusammenhängen verlassen sich die Fraktionen jeweils auf ihre Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker, weil die in der Materie stecken - oder zumindest stecken sollten.


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