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Krisenmanagement der Union (Politik)

Ulrich, Sonntag, 19.07.2026, 13:35 (vor 16 Stunden, 25 Minuten) @ Habakuk

Es war aber auch schon augenfällig, wie wenig Zeit man mit den sonst üblichen Worten der Anerkennung und des Respekts dem scheidenden Amtsträger gegenüber verschwendete. Mag sein, dass ich das überbewerte, aber besonders beliebt scheint Spahn in der eigenen Fraktion, die er anführte, nicht gewesen zu sein. Unabhängig davon finde ich es (bis jetzt) anerkennenswert, wie die CDU mit dieser kritischen Situation umgeht. Das ist natürlich dem großen Druck geschuldet, unter dem die gesamte Partei steht, allen voran natürlich vor allem Friedrich Merz. Sollte es der Union gelingen, in den nächsten Tagen ohne großes Gepolter einen neuen Fraktionschef zu präsentieren, dann wäre das durchaus bemerkenswert. Intensive parteiinterne Gespräche über eine Nachfolge dürften schon seit Samstagmorgen laufen. Eigentlich bräuchte die Union jetzt einen charismatischen Politiker, der nicht nur die Stimmen in der Fraktion, sondern auch Sympathien in der Bevölkerung besitzt, aber so einer ist weit und breit nicht in Sicht. Die schlechteste Lösung aus der Liste der gehandelten Kandidaten wäre vermutlich Carten Linnemann. Ich glaube, dass Merz selbst Thorsten Frei favorisieren würde, auch wenn er dann einen neuen Kanzleramtsminister bräuchte. Schaun wir mal.

Für mich spricht vieles dafür, dass man innerhalb der CDU schon lange die Nase von Jens Spahn voll hatte. Auch dort kannte man seine Vorgeschichte genau, musste sich aber aus parteitaktischen Erwägungen immer wieder vor ihn stellen. Beispielsweise durch eine Blockade eines Masken-Untersuchungsausschusses. Zudem dürfte man genau wahrgenommen haben, wie schlecht das Bild von Jens Spahn in der Bevölkerung war. Und dieses Bild färbte auf die CDU und einzelne CDU-Politikerinnen und CDU-Politiker ab. Jetzt durfte die allgemeine Reaktion innerhalb der Partei "Es reicht!" gewesen sein, und das für Jens Spahn völlig überraschend.

Bisher managt man die ganze Angelegenheit in der Tat sehr professionell. Wer Spahn nachfolgen wird, kann ich nicht sagen, die Medien nennen einige Namen. Eventuell zieht das ganze auch eine größere Umbesetzungsaktion nach sich. Je nachdem, wer welchen Posten bekommt, kann das durchaus positive Folgen haben. An Carsten Linnemann glaube ich persönlich nicht, der scheint wohl innerhalb der Partei massiv an Einfluss verloren zu haben, und er wäre auch eine schlechte Wahl. Aber am Ende muss man abwarten.


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