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@markus - was fährst du eigentlich hier für eine Agenda? (Politik)

Ulrich, Sonntag, 19.07.2026, 13:58 (vor 1 Tag, 4 Stunden, 33 Min.) @ Garum

Ich rechne da mit dem absoluten Supergau im deutschen Osten und den USA.
Eine AfD die vor Kraft kaum laufen kann wäre das denkbar schlechteste Szenario
für Deutschland. Ich würde mir bei der Union jemanden wünschen der für Zukunft und
Zuversicht steht. Ich wüsste nur gerade nicht wer das sein könnte.

Mit einem Supergau rechne ich vor allem in Sachsen-Anhalt. Hier wird die AfD die mit Abstand stärkste Partei im nächsten Landtag werden. Eine Regierungsbildung gegen die AfD dürfte ausgesprochen schwer bis unmöglich sein. Und ein Wahlsieg würde der AfD auch Rückenwind in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin verschaffen.

Aktuell sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aber nicht ganz so schlecht aus wie in Sachsen-Anhalt. Die AfD ist zwar auch hier in den Umfragen die stärkste Partei. Aber statt bei 41 bis 42 Prozent liegt sie hier bei 35 bis 36 Prozent. Die CDU ist auf dem deutlich absteigenden Ast, zuletzt lag sie bei 9 Prozent, und der Trend ist deutlich negativ. Auf der anderen Seite nähert sich die SPD langsam von unten der 30-Prozent-Marke. Viele Wirtschaftsverbände haben die Landes-CDU dort mittlerweile abgeschrieben und trommeln für die Sozialdemokraten. Das führt aber dazu, dass das, was die SPD in den Umfragen hinzugewinnt, bei der CDU verloren geht. Negativ für die CDU ist auch, dass ein langjähriger Landtagsabgeordneter vor einiger Zeit zur AfD übergetreten ist. Das trübt die Stimmung zusätzlich. Allerdings sind mir die allermeisten CDU-Leute dort als zuverlässig und umgänglich beschrieben worden. Innerhalb der Landespartei gibt es deutlich weniger Menschen mit einem Drall zur AfD als in Sachsen-Anhalt.

In den USA will Donald Trump unbedingt die Midterms gewinnen, egal wie. Das wird nicht nur zu einem enorm schmutzigen Wahlkampf führen, auch danach ist zu erwarten, dass Trump die Legitimität der Wahlen in Zweifel ziehen wird. Szenarien wie nach der Präsidentschaftswahl 2020 sind leider alles andere als unwahrscheinlich.

Vieles wird von der Entwicklung der nächsten Monate am Golf abhängen. Bisher ist die Straße von Hormus weiterhin zu, es fehlt Öl auf dem Markt. Die Preissteigerungen haben sich nur deshalb weitgehend im Rahmen gehalten, weil weltweit Rohölreserven freigegeben wurden. Nicht nur im Westen, auch China hat seine Rohölkäufe seit Kriegsausbruch fast halbiert und greift stattdessen auf Lagerbestände zurück. Im Westen allerdings kommt man in einer Reihe von Staaten mittlerweile an Grenzen. Man nähert sich Marken, unter denen die "eisernen Reserven" liegen, die man normalerweise nur im absoluten Notfall angreift. Grade im ländlichen Bereich der USA reagiert man extrem empfindlich auf steigende Spritpreise. Wenn ich mich richtig erinnere, dann schrieb die Süddeutsche vor einigen Monaten "Die republikanischen Wähler verzeihen alles - bis auf Benzinpreise von mehr als drei Dollar pro Gallone".


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