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Brosius-Gersdorf: Position der Union ist "paternalistisch" (Politik)

markus, Montag, 20.07.2026, 22:16 (vor 11 Stunden, 54 Minuten) @ Litze80

Nunja. Einer von uns möchte die Entscheidung der Frau überlassen. Der andere möchte als weißer Mann besser wissen, was richtig für die Frau ist. Letzteres nennt man wohl peak Patriarchat.


Wer zahlt denn hier wem Geld und nutzt dabei wessen Körper aus? Die Frau ist nur Mittel zum Zweck, passiert ihr etwas, who cares, war doch "freiwillig", dann eben die Nächste Bitte.

Du setzt voraussetzt, dass es komplett freiwillig geschieht. Und da habe nicht nur ich erhebliche Zweifel, wenn viel Geld im Spiel.


Dass finanzielle Abhängigkeit und mögliche Ausbeutung ein Problem sein können, bestreitet denke ich niemand. Genau deshalb ist die Frage der Regulierung so wichtig.

Aber du setzt im Gegenzug voraus, dass eine Frau, die sich für eine Leihmutterschaft entscheidet, zwangsläufig fremdbestimmt ist und nur als „Mittel zum Zweck“ dient. Das ist eine sehr pauschale Annahme.

Selbstbestimmung bedeutet nicht, dass jede Entscheidung unter idealen Bedingungen getroffen wird. Auch bei vielen anderen körperlich belastenden oder risikoreichen Tätigkeiten spielen finanzielle Motive eine Rolle. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, ob Geld im Spiel ist, sondern unter welchen Bedingungen die Entscheidung getroffen wird und wie gut die Rechte und die Gesundheit der Frau geschützt werden.


Welche Bedingungen sollen denn deiner Meinung nach gegeben sein? Und wie sollen diese Bedingungen ernsthalt und nachhaltig kontrolliert werden?

Das ist zugegeben nicht einfach. Eine mögliche Regelung müsste möglichst sicherstellen, dass die Entscheidung freiwillig und informiert getroffen wird, keine akute finanzielle Notlage ausgenutzt wird, eine unabhängige Beratung erfolgt und die gesundheitlichen Risiken für die Frau transparent sind. Auch müsste es Dinge geben wie medizinische Betreuung, Versicherungsschutz, psychologische Beratung, angemessene Vergütung.

Regulierung macht aus meiner Sicht vor allem dann Sinn, wenn etwas ohnehin stattfindet. Man hat Cannabis, Glücksspiel oder Prostitution ja auch nicht einfach aus dem Nichts legalisiert, sondern weil es diese Angebote auch ohne Regulierung gibt, dann allerdings häufig unter schlechteren Bedingungen und mit weniger Schutz für die Beteiligten.

Auf die Leihmutterschaft bezogen wäre daher die Frage, ob ein reguliertes Modell in Deutschland nicht besser wäre als eine Verlagerung in Länder, in denen möglicherweise deutlich schlechtere Bedingungen herrschen.


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