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Brosius-Gersdorf: Position der Union ist "paternalistisch" (Politik)

markus, Dienstag, 21.07.2026, 12:15 (vor 11 Stunden, 2 Minuten) @ CF

Du nennst das zynisch. Ich möchte, dass solche Entscheidungen den Frauen überlassen werden und nicht von alten, weißen Männern wie dir oder mir entschieden werden.


Hey, Da sind wir mal mal absolut einer Meinung! Und ich kann nicht ansatzweise erkennen, was an der Meinung Zynisch sein soll.

Zynisch finde ich es allenfalls, die Meinung zu vertreten, man wüsse besser als diejenigen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – für eine bestimmte Sache entscheiden, Ob diese Sache gut für sie ist oder nicht.


Man sollte auch jetzt nicht so tun, als wäre die Prostitution grundsätzlich ein sauberes Geschäft in Deutschland und alle Frauen das aus reiner Vergnügung machen. Das Milieu ist überwiegend zwielichtig, bis gewalttätig und mindestens schmutzig, wenn dort Frauen aus den allegmeinen Umständen genötigt werden, ihren Körper für 50€ die Stunde herzugeben.
Nur mal so: Es putzen auch viele osteuropäische Reinigungskräfte öffentliche Toiletten und die Mall eines Kaufkräfte nicht unbedingt, weil es ihnen so viel Spaß und Erfüllung bereitet.
Was anderes sind die Escort-Agenturen, wo meist hierzulande geborene, oft deutsche Frauen aber fürstlich entlohnt werden und das als Nebenverdienst sehen und im Alltag häufig einer normalen Tätigkeit nachgehen.


Bin immer wieder erstaunt bis entsetzt, wie die Prostitution aus großen Teilen des links-libertären und progressiven Lager schön geredet wird.


Deine beiden Beispiele treffen es doch ganz gut. Es gibt sehr fragwürdige Formen, die nicht erlaubt sind (Zwang) und weniger fragwürdige, die zulässig sind (auch gegen Geld). Umso wichtiger ist eine entsprechende Regulierung.


Offensichtlich lässt sich aber nicht alles regulieren - oder zumindest nicht soweit, dass es allgemein zufriedenstellend wäre. Man kann ja "Regulierung" fordern. Das ist dann vielleicht auch nur eine ähnliche Worthülse wie "Weltfrieden", "Gerechtigkeit" o.ä., die nicht wirklich mit Inhalt gefüllt werden kann. Gerade in Deutschland, das ja als Land der Überregulierung schlechthin gilt, hat man so seine Erfahrungen.

Dass sich nicht alles vollständig regulieren lässt, ist so. Aber daraus folgt doch nicht, dass man auf Regulierung verzichten sollte.

Nach derselben Logik könnten wir auch auf Arbeitsrecht, Mietrecht oder Lebensmittelrecht verzichten, weil es dort trotz aller Vorschriften weiterhin Verstöße gibt.

Regulierung bedeutet nicht, jedes Problem zu beseitigen. Sie soll Risiken verringern, Mindeststandards schaffen und die Beteiligten besser schützen. Die Alternative ist oft nicht die ideale Welt, sondern ein unregulierter Markt mit deutlich schlechteren Bedingungen.

Gerade wenn man davon ausgeht, dass die Nachfrage nach Leihmutterschaft ohnehin besteht, spricht das eher für klare Regeln als für ein pauschales Verbot.


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