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Das Wesentliche gerät mal wieder in den Hintergrund (Politik)

Foreveralone, Dortmund, Donnerstag, 23.07.2026, 10:48 (vor 5 Stunden, 4 Minuten) @ Giog

Debatten über Kinderwunsch und die Integrität von Politikern in allen Ehren, aber ich finde es einmal mehr entlarvend, mit welcher Empathie wir uns bisweilen über die politische Karriere von Jens Spahn Gedanken machen, während die Perspektive der austragenden Frauen so gut wie überhaupt nicht stattfindet. Auch ich habe in den letzten Tagen Einiges dazugelernt, nämlich:

- Leihmütter leben in der Regel prekär und in Armut. Die Entlohnung variiert zwischen 2.000 Dollar und bis zu 10.000 Dollar für eine (erfolgreiche) Schwangerschaft
- Rund um das Thema Leihmutterschaft hat sich ein Netzwerk an Unternehmen herausgebildet (transnationale Vermittlungsagenturen und Agenturen, Logistikunternehmen, Kliniken mit Reproduktionstechnologien, Pharmaindustrie, Kanzleien die sich um Adoptionsurkunden kümmern usw. usf.) - Sprich: Unternehmen, die ein Interesse daran haben, den Bestelleltern möglichst viel Geld abzunehmen und zugleich die Kosten des Prozesses und der Leihmütter möglichst gering zu halten.
- Wenn man sich einmal durch entsprechende Anbieter-Homepages klickt, findet man Pakete / "All-inclusive-Deals" mit einer unbeschränkten Anzahl Fertilisationsversuchen und Präimplantationsdiagnostik umfassen, um Geschlechter auszuwählen und Behinderungen ausschließen zu können.
- Mit der Vertragsunterzeichnung verpflichten sich Leihmütter zu regelmäßigen Hormon- und Medikamentenbehandlungen und sonstigen regelmäßigen Kontrollen; körperliche und psychische Folgen der Hochrisikoschwangerschaft, die in der Regel mit einem Kaiserschnitt beendet wird, hat die Frau selbst zu tragen
- Häufig leben die Frauen während der Schwangerschaft in einer Art Klinik-Wohnheim, um eng überwacht zu werden. Dabei wird Essen, Trinken, Schlaf etc. engmaschig kontrolliert
- Kommt es zur Mehrlingsschwangerschaft, werden je nach Wunsch der Eltern einzelne Föten abgetrieben (natürlich ohne Mitsprache der Leihmutter)


Da spricht für mich wirklich so ziemlich nicht mehr viel für diese Optio eines eigenen Kindes.
Ist zwar in den USA, die sowieso einen Scheiß (auch schon vor Trumo) auf Menschen in prekären Situationen geben (sind ja selbst Schuld), aber auch hier in Deutschland würde vermutlich der ein oder andere Punkt übernommen.


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