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Hysterie (Politik)

Ingo @, Europa, Donnerstag, 04.08.2022, 13:10 (vor 3 Tagen) @ Davja89

Passt doch in die aktuelle Hysterie die hier seit Monaten von allen Seiten verbreitet wird.

Im Frühjahr wurde doch fast täglich mit dem Atomschlag gerechnet. Obwohl nun wirklich jeder Experte klar gemacht hat das dafür weder bei Putin noch im Kreml ernsthafte Gedanken gibt. Natürlich weisst jede Atommacht die sich in einem konventionellen Krieg befindet auf ihre theoretischen Möglichkeiten hin. Nennt sich atomare Abschreckung. Ist übrigens Sinn solcher Waffensysteme.

Danach kam der Klassiker vom Russischen Einmarsch ins Baltikum und der damit direkten Konfrontation von Russland und der Nato. Haben zwar beide Seiten immer wieder betont das es wichtig ist genau das zu verhindern aber macht den Leuten halt mächtig Angst.

Danach die Gaskrise. Natürlich wird es Wege und Mittel geben die schlimmsten Auswirkung zu verhindern. Dazu gehört dann Notfalls auch sich mit den Russen irgendwie zu arrangieren. Trotzdem wird lieber so getan als wenn wir im Dezember alle um brennende Mülltonnen stehen werden.
Natürlich werden das für viele Menschen besonders der ab der "Unteren Mittelschicht" abwärts harte Monate. Aber vom diesem Blackout Gequatsche wird es auch nicht besser.


Mal ganz nüchtern:

Wir haben in Osteruopa einen klar eingegrenzten Lokalen Krieg. Zwischen einem größeren Aggressor und einem sich verteidigen Opfer. Das ganze ist für Europa sicherlich keine Kleinigkeit aber weltweit gesehen für Menschen in Südamerika oder Afrika relativ unbedeutend. Wir haben uns entschieden im Rahmen unser Möglichkeiten dem Opfer beizustehen aber auch immer klar gemacht das wir es zu keiner direkten Konfrontation kommen lassen. Da wir Wirtschaftssanktionen verhängt haben, antwortet die Gegenseite auf die selbe Art und versucht uns wirtschaftlich so weit weh zu tun das irgendwann der Druck groß genung wird, das wir bereit sind über verschiedene Sachen zuverhandeln.
Irgendwann wird man signalisieren das man sich durchaus auch einen Waffenstillstand vorstellen kann der eine weitere Existenz des Ukrainischen Staat nicht auschließt. Da werden dann plötzlich einige westliche Länder ihren Ton ändern und am Ende wird man einen Kompromiss finden mit dem alle irgendwie leben können.

Intersant ist eher der Zeithorizont. Es scheint so als wenn Russland sich aktuell etwas festgebissen hat an der tapferen Ukrainischen Armee. Man muss sich wohl noch ein paar mehr blutige Nasen abholen bevor man zur Vernunft kommt und nur noch versucht die bisherigen Erfolge abzusichern (der Osten, die Krim). Aktuell steht man einen Prozess zum Waffenstillstand mit unrealitischen Maximalforderungen im Weg. Das wird sich ändern. Interesant wird was dann für Töne aus Berlin oder Paris kommen.

Also alles in allem ein großer Haufen Affenscheisse den der kleine Mann vom roten Platz uns dort eingebrockt hat, aber auch nicht die weltweite Existenzkrise zu der das ganz hochgejazzt wird.
Die einzigsten die man davon ausnehmen kann sind die Menschen die aktuell irgendwo im Osten unter Beschuss liegen. Aber um die geht es in der deutschen Debatte doch schon seit Monaten nicht mehr. Man haut lieber wahlweise auf Schröder , Scholz oder Merz ein. Je nach politischer Vorliebe.

Deine Analyse scheitert bereits an der Grundfeststellung. Es ist ein lokaler Konflikt in einem globalen Kontext. Welcher massive Verschiebungs- und Verteilungskämpfe zwischen den hegemonialländern kristallisiert.

Dass einige Dinge hochgejazzt werden, diese Einschätzung würde ich teilen. Aber es ist ein massiver Konflikt mit Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Leben. Sehr gezielt gestartet und terminiert. Ich sehe nicht, wie wir darauf cool und schulterzuckend reagieren sollten. Was wir kurzfristig nicht tun können, müssen wir nun mit langfristig angelegten Entscheidungen kompensieren.


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