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Erste Züge rollen wieder (Sonstiges)

tim86, Hamburg, Mittwoch, 24.06.2026, 10:03 (vor 8 Stunden, 8 Minuten) @ Habakuk
bearbeitet von tim86, Mittwoch, 24.06.2026, 10:11

Ich frage mich sowieso, ob viele Probleme der Bahn nicht im IT-Bereich liegen. Mit modernen Hochleistungsrechnern und KI muss es doch inzwischen möglich sein, Fahrpläne so vorauszuplanen, dass Verspätungen im täglichen Ablauf minimiert werden können. Und bei Störungen sollte man kurzfristig neu koordinieren können, insbesondere auch, um den Reisenden Änderungen mitzuteilen und Alternativen anzubieten. Oder erwarte ich da zu viel von den technischen Möglichkeiten?

Dafür muss man aber auch die passende Infrastruktur haben, die ausreichend freie Kapazität hat.

Man kann sicherlich ein Rechner haben, der in Fällen von Störungen oder hoher Auslastung einzelner Züge, Bahnhöfen oder Strecken die Züge die dadurch behindert werden automatisch auf freie Strecken umleitet.
In kleinen haben wir sowas bei mir auf der Arbeit auch(nur mit Förderstrecken statt Gleisen und Zügen).

Dafür muss man aber freie Kapazitäten auf Ausweichstrecken haben auf die man sinnvoll Ausweichen kann. Hier hat man in den letzten Jahrzehnten massiv Streckenkilometer abgebaut, so dass es nicht mehr so viele Ausweichtrassen gibt, die zudem Teilweise keine Kapazität haben oder nur für langsame Fahrten zugelassen sind.
Vor 2-3 Jahren war ich mal in ein ICE von Hamburg nach Hannover, der wegen einer Störung in Harburg ein Umweg über Schwerin und Magdeburg genommen hat. Wenn das die kürzeste Alternativroute von Hamburg nach Hannover ist, dann führt eine Störung automatisch zu großen Verspätungen.

Zudem werden viele Trassen und Bahnhöfe über 100% Auslastung gefahren. 100% ist hier die Nennleistung(ein Bahner darf mich gerne Korrigieren, aber das war es was ich aus Gesprächen mit Bahnmitarbeitern in Erinnerung habe) die Berechnet wurde, mit der gerade so noch die erwarteten betrieblichen Wartezeiten, ohne dass es Störungen gibt, im akzeptablen Bereich sind. Ist die 100% erreicht, kann man keine anderen Züge über die Trasse/Bahnhof umleiten ohne, dass es in dieser Trasse zu Folgeverspätungen kommt und es ist auch nicht mehr Möglich bei einer kurzfristigen Störung eines einzelnen Zuges, diesen zu Regeln ohne dass die nachfolgenden Züge auf der Trasse oder im Bahnhof ebenfalls verspätungen haben werden.


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