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Soziale Unterschiede / Wohnsituation (Sonstiges)

markus, Sonntag, 28.06.2026, 15:46 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 23 Min.) @ tim86

Aber das Land ist wenn man die Opportunitätskosten berücksichtigt dann nicht mehr günstiger.

Ich hätte auf dem Land ca. 75 Stunden im Monat, die ich mehr fürs Pendeln brauche. Selbst beim Mindestlohn sind das schon über 1.000€. Jetzt verdiene ich deutlich mehr als Mindesltlohn. Wenn ich also mit dem Mietpreisen in Hamburg ein Problem hätte(hab ich nicht, ich zahle nur ca. 15% meines Netto Lohnes für die Miete), würde es sich für mich eher lohnen die Stunden die ich auf dem Land mehr im Auto sitze, stattdessen mehr zu arbeiten.

Am Ende kommt es eben darauf an, wie man lebt und wie häufig man in die Stadt fahren müsste. Hat man 100% Home Office ist eher das Land günstiger. Hat man kein Home Office oder besucht ein vielfältiges Kulturangebot, ist die Großstadt besser.

Die Opportunitätskosten (also der zusätzliche Zeitaufwand für den Fahrtweg) können sich dennoch lohnen. Zu den Hamburger Immobilienpreisen hätte ich 2012 gar keinen Kredit für eine Eigentumswohnung bekommen. Und das Haus, in dem ich heute lebe, würde in Hamburg vermutlich deutlich über eine Million Euro kosten und wäre für mich ebenfalls nicht bezahlbar.

Wenn ich also – als Beispiel – maximal 400.000 Euro finanzieren kann, nehme ich dafür vielleicht einen längeren Fahrtweg von 10 bis 30 km in Kauf.

Letztlich ist das natürlich immer eine Abwägung. Mit „ländlich“ meine ich auch eher Kleinstädte. Und selbstverständlich darf der zusätzliche Fahrtweg nicht zu groß werden. Es muss ja nicht einmal überhaupt ein längerer Arbeitsweg entstehen – schließlich liegt nicht jeder Arbeitgeber mitten in der Großstadt. Ich konnte 2012 sogar in den Ort ziehen, in dem ich gearbeitet habe (16.000 Einwohner). Inzwischen wohne ich wieder rund 30 km entfernt, habe dafür aber die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Wer dauerhaft zur Miete wohnt (15% in deinem Fall sind auch so günstig, da würde ich vermutlich auch nicht so schnell rausgehen), sollte konsequent Vermögen über ETFs aufbauen. Wer das nicht tut, dürfte es im Alter deutlich schwerer haben. Ich selbst bin hier sehr breit aufgestellt: Neben meinen zwei Immobilien besitze ich ein größeres Wertpapierportfolio sowie eine Betriebsrente, die einen Teil der späteren Versorgungslücke schließen wird.


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