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Ukrainekrise // Russland (Sonstiges)

Schleicheisen @, Anner Rur ohne "h", Freitag, 14.01.2022, 15:27 (vor 164 Tagen) @ pactum Trotmundense

Vernünftig? Es ist ein Plädoyer dafür den Nachbarn Russlands mitzuteilen, dass sie selbst zusehen müssen wie sie mit ihrem Nachbarn klar kommen. Es erinnert in frappierender Weise an Chamberlains Appeasementpolitik. Es kann doch nicht ernsthaft eine Lösung sein, dass man Russland zugesteht souveräne Staaten als legitimes Eigentum zu betrachten, das nur aufgrund finsterer Mächte nicht in den eigenen Grenzen ist. Den Nachbarn von Russland steht es vollkommen zu sich seine eigenen Freunde zu suchen. Es liegt an der Politik Russlands, das man diese Freundschaft nicht bei Russland sucht.

Ehhhm: reden wir vom selben Artikel ;-) ?

In dem, den ich meinte schreibt der Autor:

Zudem sollte der Westen selbstkritisch sein und prüfen, ob er bei seiner Strategie seit 1990 von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist.

Das hieße im Übrigen nicht, die Ukraine (für die niemand im Westen militärisch kämpfen würde) hängenzulassen, sondern es heißt, dass wir mit der Ukraine, mit Russland, mit den USA und den europäischen Staaten darüber reden, welchen Platz die Ukraine und Russland in der europäischen Sicherheitslandschaft haben können.

Und davor hatte er gesagt:

Mit den kurz vor Weihnachten vorgelegten russischen Vorschlägen für einen neuen Sicherheitsvertrag ist die russische Sicht nochmals deutlich geworden.

Darauf blind einzugehen, würde tatsächlich bedeuten, das mit militärischer Gewalt geschaffene Denken in Einflusszonen zu akzeptieren und auf die Prinzipien der "Charta von Paris" aus dem Jahr 1990 (u. a. freie Bündniswahl, Beachtung der territorialen Integrität der Staaten) zu verzichten.

Das kann kein nachhaltiger Weg sein. Denn insbesondere das Prinzip der territorialen Integrität ist von strategischer Bedeutung für die Stabilität in Europa. Und es bleibt auch richtig, dass Russland seine Einflusszonen nicht mit Drohungen und Gewalt erfolgreich an sich binden sollte, sondern besser mit soft power, also Attraktivität seines eigenen Politik- und Wirtschaftsmodells – agieren sollte. Auf dieser Ebene ist Russland aber schwach. Russland ist insofern auf dem Irrweg und wird das eines Tages auch erkennen (müssen).

In diesen beiden Abschnitten sagt er so ziemlich genau das Gegenteil von dem was Du ihm vorwirfst: natürlich darf man die Art der "Einflussnahme" bzw der Besetzung fremder Territorien nicht akzeptieren und keiner will die Ukraine im Stich lassen. Andererseits will (da bin ich mir auch sehr sicher...) auch kein westlicher Politiker für oder wegen der Ukraine einen bewaffneten Konflikt anfangen.

Und das finde ich genau richtig ;-)

Überschrieben ist das ganze mit "Raus aus der Eskalationsspirale" die dann ab irgendeinem Punkt tatsächlich nur noch den Waffengang bedeuten würde und das gilt es zu vermeiden wenn irgend möglich.

Und da finde ich die "schmerzhaften Kompromisse", die Beitrittsgedanken der Ukraine zur NATO zunächst einmal zu verschieben- selbstverständlich OHNE das die Ukraine um ihr Territorium fürchten soll- und wieder konstruktiv miteinander zu reden im Vergleich zu einem bewaffneten Konflikt irgendwie gar nicht so schmerzhaft...

Und ich fühle mich ein bisschen unwohl- will hier nicht den Putin Verteidiger geben: ich halte ihn- eben aufgrund seiner Skrupellosigkeit in Verbindung mit seinem sehr strategischen Vorgehen- (immer noch) für einen der gefährlichsten Politiker der aktuellen Welt.

Aber gerade deshalb fände ich es gut wenn man maximal schlau und nicht maximal laut mit ihm umgehen würde- mit letzterem kommt er glaube ich ganz gut zurecht.


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