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Halte einen Krieg immer noch für unwahrscheinlich (Sonstiges)

Ulrich @, Samstag, 12.02.2022, 19:29 (vor 144 Tagen) @ PePopp

Im Gegensatz zum zweiten Weltkrieg, würde nur ein kleiner Teil der Ukrainer einen Anschluss begrüßen. Im Gegenteil es würde wohl zu blutigen Partisanenkämpfen kommen. Das kann eigentlich auch nicht in Putins Interesse sein.


Also in Tschechien wurden die Nazis jetzt auch nicht gerade von allen mit offenen Armen empfangen. Ganz im Gegenteil...

Die Tschechoslowakei war nach dem Ersten Weltkrieg ein selbständiger, demokratischer Staat. Dieser wurde von den Nazis in mehreren Etappen zerschlagen. Entsprechend klar war von Anfang an, wer die Feinde waren.

Die Ukraine gehörte bereits vor dem ersten Weltkrieg zu einem großen Teil zum Russischen Reich. Den Ukrainern wurde nicht zugestanden, dass sie ein eigenständiges Volk waren, die ukrainische Sprache wurde maximal als Dialekt geduldet. Das Land war nach dem Ersten Weltkrieg Bestandteil der UDSSR geworden. Zum Zeitpunkt des Überalls der Nazis auf die Sowjetunion standen die Menschen in der Ukraine noch unter dem Eindruck des stalinistischen Terrors. Die Zwangskollektivierung hatte zu einer Hungersnot geführt, die in der Ukraine ca. 3 bis 7 Millionen Tote gefordert hatte. Wer da als Besatzer kam, war zu Beginn nicht allen Menschen in der Ukraine klar. Das führte dazu, dass es zu Kollaboration mit den Nazis kam. Aber den meisten haben dann schnell erkannt, wer ins Land eingefallen war. Im weiteren Verlauf des Krieges gab es Partisanen, die sowohl gegen die sowjetischen Kommunisten als auch gegen die Nazis kämpften. Die Vertreibung der Nazis wurde einerseits als Befreiung empfunden, andererseits aber verfolgte der stalinistische Terrorapparat ab 1945 alle, die irgendwie in den Verdacht geraten waren, mit den Nazis kollaboriert zu haben oder irgend welche "nationalistische" Positionen zu vertreten. Das betraf beispielsweise auch Zwangsarbeiter, die von den Nazis ins Deutsche Reich verschleppt worden waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschleppte die UDSSR einen großen Teil der Krim-Tataren nach Sibirien, diese Bevölkerungsgruppe galt aus "nicht vertrauenswürdig". Zudem waren viele Ukrainer dem Nazi-Terror zum Opfer gefallen. In der Folge wurden ethnische Russen angesiedelt, so dass sich die unterschiedlichen Volksgruppen weiter vermischten.

Alles in allem führte nach dem Ende der UDSSR zu einer recht unklaren Gemengelage. Die Ukraine wurde selbständig, aber es gab noch enge Verbindungen nach Russland. Aber seit der faktischen Invasion im Donezbecken und der Invasion der Krim hat Russland kaum noch "Freunde" in der Ukraine. Ob es zu Partisanenkämpfen kommen würde, das weiß ich nicht. Aber freundlich empfangen würde man die Russen sicherlich nicht. Die Frage ist aber, welchen Empfang erwartet Putin? Der scheint sich wohl seine eigene Realität geschaffen zu haben.


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