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Russland: Es gibt "eine Chance" auf Einigung mit dem Westen (NTV) (Sonstiges)

Ulrich @, Dienstag, 15.02.2022, 06:37 (vor 137 Tagen) @ Zoon

Bevor der deutsche Kanzler nach Moskau reist, erzeugen Lawrow und Putin am "Sushi-Tisch" einen kleinen Hoffnungsschimmer: https://www.n-tv.de/der_tag/Russland-Es-gibt-eine-Chance-auf-Einigung-mit-dem-Westen-article23126642.html

Ich halte es für durchaus möglich, dass die westlichen Reaktionen in Moskau Wirkung zeigen. Ich vermute, man hat tatsächlich geglaubt, man könne mit einer entsprechenden Übermacht die Ukraine einfach überrennen, eine Marionetten-Regierung einsetzen und dann wieder zur normalen Tagesordnung übergehen. Auf der Krim hatte die Ukraine ja keinerlei Widerstand geleistet, und im Donbass hatten vor allem russische Kräfte mit leichter Bewaffnung agiert, das ganze war nicht sonderlich gut geplant gewesen.


Ob das echt ist oder nur ein Spielchen mit der Hoffnung, weiß man natürlich nicht. Allerdings glaube ich persönlich, dass Putin eher das lange Spiel spielen wird als den schnellen Weg in den Krieg, der sehr schnell eskalieren könnte (Dardanellenfrage) und aus dem es schwierig ist, wieder raus zu kommen.

Die Frage wird sich wohl erst im Nachhinein beantworten lassen. Der Aufmarsch der russischen Truppen hat dazu geführt, dass die weitgehend in ungefestigten Feldlagern kampieren. Die Frage ist, wie lange kann man diesen Zustand aufrecht erhalten? Zudem gehe ich davon aus, dass Europa möglichst schnell Alternativen zu russischem Gas schaffen und zudem Gazprom in Deutschland, Österreich, etc. Fesseln anlegen wird.


Langes Spiel: Aufbau einer Drohkulisse, die ggf. immer weiter verstärkt und hochgefahren wird. Ziel: den Westen zermürben, spalten und vorzeigbare Zugeständnisse abringen. Die Ukraine wirtschaftlich ruinieren und auf eine neue ukrainische Regierung hoffen.

Das würde wohl aber eher zu einer Verstärkung der westlichen Finanzhilfen für die Ukraine, weiterer Militärhilfe durch die USA, Frankreich und Großbritannien, etc. führen. Wirtschaftlich könnte sich Russland auch durch eine Aufrechterhaltung des Bedrohungsszenarios ins eigene Fleisch schneiden. Die Frage ist aber, wie weit zurück zu rudern wäre Putin bereit? Er würde das vermutlich als Gesichtsverlust empfinden.


Dardanellenfrage: wenn es zu einem Krieg zwischen Rußland und der Ukraine kommt, muss die Türkei die Dardanellen für russische und ukrainische Kriegsschiffe schliessen (Art. 19 der Konvention von Montreux). Das könnte zu einem Konflikt zwischen Russland und der NATO führen. Text der Konvention von Montreux: http://www.anistor.gr/english/enback/s973.htm

Auch das hat Russland eventuell nicht bedacht. Ich habe seit einiger Zeit den Eindruck, hier war ein kleiner Kreis von Leuten am Werk, die ihre Pläne ohne Beratung von kompetenter Seite gemacht haben.


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